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"Wir sind kleine Füchse"

"Tatort"-Ermittlerin Nora Tschirner über ihre Rolle "Wir sind kleine Füchse"

Sie packt gerne mit an, findet "gebrauchte Häuser aus dem Mittelalter" ein tolle Zukunftsvision und mag es überhaupt nicht, sich beruflich zurückzulehnen - ein Interview mit Tatort-Kommissarin Nora Tschirner.

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Nora Tschirner gibt im Weimeraner-Tatort die Kommissarin Kira Dorn, an ihrer Seite ermittelt Christian Ulmen als "Lessing".

Quelle: Anke Neugebauer/MDR/dpa

Leipzig. Im neuen Tatort spielen Glückszahlen und Lotto eine nicht unwesentliche Rolle – was ist Ihre Glückszahl?
Oh, muss man eine haben? Ich habe keine Glückszahl.

Und wie sieht’s mit Lottospielen aus?
Das habe ich noch nie versucht, auch wenn es mich schon reizt. Noch spannender finde ich allerdings Rubbellose. Das ist doch toll: Man muss nicht warten, bis die Zahlen gezogen werden – sondern die Spannung steigt beim Aufrubbeln. Ich habe mal ein Los geschenkt bekommen, das war ein bisschen aufregend, aber auch äußerst erfolglos.

Dagegen ist die Reproduktion von Kira Dorn und Lessing, der keinen Vornamen hat, durchaus erfolgreich verlaufen: Mit dem Baby haben Sie quasi eine ermittelnde Familie gegründet.
Sagen wir mal so: Die Mordkommission Weimar gehört sehr wahrscheinlich nicht zu den am meisten ausgelasteten Ermittlern in Deutschland. Deswegen können wir es uns erlauben, das Kind auch mal zur Oma zu geben, die es hütet, während wir Mörder jagen. Unsere Ermittlungen dauern ja auch nicht ewig und drei Tage. Diesmal schaffen wir es sogar innerhalb eines Tages, den Fall zu wuppen.

Lessing beginnt mit der Suche nach einem Eigenheim und hat dabei Fachwerkbauten im Visier. Kira Dorn scheint das nicht sonderlich zu gefallen – will sie weg?
Das ist eher ein Hinweis darauf, in welcher biografischen Phase so ein Paar im Leben steht. Es geht nicht so sehr um Weimar und darum, ob sie wegwill – vielmehr stellt sich die Frage, ob man in diesem Alter schon alles in Stein meißeln soll. Ab wann soll man sich festlegen?

Stichwort: Fachwerkhaus. Wäre das auch etwas für Nora Tschirner oder sind Sie da näher bei Ihrer Rolle als Kira Dorn?
Oh, da könnte man sich in mir ziemlich täuschen: Ich finde "gebrauchte Häuser aus dem Mittelalter" eine sehr schöne Zukunftsvision.  

Dazu gehört aber auch ein gewisses handwerkliches Geschick.
Trauen Sie mir das nicht zu? Ich bin durchaus für handwerkliche Arbeiten zu haben. Dazu gehört nicht nur, einen Nagel in die Wand zu schlagen. Ich kann einiges an der Handwerksfront – und lerne stets und ständig dazu. Ich packe einfach gern mit an und bin mir für nichts zu schade.

Ursprünglich war nur ein "Tatort" aus Weimar geplant gewesen. Wie kam es dazu, dass jetzt die dritte Folge vorliegt und die nächsten beiden auch schon in Arbeit sind?
Na ja, wir sind ja kleine Füchse. Es war insgeheim wahrscheinlich schon allen Beteiligten klar: Wenn der "Tatort" Potenzial hat und auch noch gut ankommt, gibt es keinen Grund, ihn nicht weiterzuführen.

Was ist das Besondere?
In erster Linie geht es darum, dass man seine Arbeit gern macht – und das ist bei Christian Ulmen und mir der Fall. Das heißt aber auch: Wir stellen hohe Ansprüche an uns und alle Beteiligten, was sicherlich auch nicht ganz einfach auszuhalten ist. Wir mögen unseren "Tatort" und beißen uns fest, wollen das Bestmögliche abliefern. Was nicht passieren darf: sich zurücklehnen, die "Tatort"-Reihe als finanzielle Absicherung für die nächsten Jahre betrachten.  

Hat Dorn, diese unnahbare wirkende, sarkastische Ermittlerin, etwas, das Sie auch gern hätten?
Kira bleibt immer auf Augenhöhe, nimmt sich zurück und erreicht viel. Wenn man sich einen Charakter leiht, so wie ich, dann ist dieses Verzichten auf jegliche moralische Bewertung ein schöner Wesenszug. Da schneide ich mir gern eine Scheibe von Kira ab.

Zur Person

Nora Tschirner (34) hat viele Talente und macht bei allem, was sie anpackt, eine gute Figur – ob nun als "Tatort"-Kommissarin, MTV-Moderatorin oder Musikerin mit ihrer Band Prag. Spätestens durch den Film "Keinohrhasen" (2007) wurde sie einem großen Publikum bekannt. Seit 2013 steht Nora Tschirner an der Seite von Christian Ulmen im Weimarer "Tatort" vor der Kamera. Über ihr Privatleben redet sie nur ungern. Fest steht: Mit ihrem Freund und Schauspielkollegen Alexander Fehling ist Nora Tschirner schon länger liiert, seit 2013 hat sie mit ihm ein Kind.

Von Andreas Debski

 

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