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So wird der neue Tatort aus Ludwigshafen

Lena Odenthal ermittelt So wird der neue Tatort aus Ludwigshafen

In der Folge "LU", die am Sonntagabend ausgetrahlt wird, hegt Kommissarin Odenthal privates Interesse an einem Verdächtigen, kommt ansonsten aber ziemlich lahm daher. Einziges Highlight in diesem ansonsten enttäuschenden "Tatort" bleibt Jürgen Vogel als Ganove Lu Wolff.

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Zwischen "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkert) und dem Ganoven Lu Wolff (Jürgen Vogel) knistert es gewaltig.

Quelle: ARD/dpa

Hannover. Ja, was ist denn mit der Lena Odenthal los? Stolze 26 Jahre hat Ulrike Folkert inzwischen als "Tatort"-Kommissarin auf dem Buckel und verhält sich nun gegenüber ihrer jungen Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) stutenbissig wie ein Twen. Die bereits in den vorherigen Folgen aufgebaute Rivalität zwischen den beiden steuert in dem  Fall "LU" auf einen Höhepunkt zu. Vermutlich liegt es einfach daran, dass Odenthals alter Kollege Kopper (Andreas Hoppe) bei ihr ausgezogen ist und sie daher nun auf sein gutes italienisches Essen verzichten muss. Erklärt das auch, warum sie so heftig mit einem Tatverdächtigen, dem ehemaligen Geldeintreiber Lu Wolff (Jürgen Vogel), flirtet?

Überkonstruierte Geschichte

Wenn beim Schauen eines TV-Krimis solche Nebensächlichkeiten interessanter sind als die eigentliche Handlung und man gar in diesem Fall bedauert, dass der gute Kopper zwischendurch nicht zur Gitarre oder zum Kochlöffel greift, dann stimmt etwas nicht mit dem Film. Schuld hat hier die Geschichte, die gleichzeitig arg banal und vor allem so überkonstruiert daherkommt, dass nach gut einer halben Stunde Kommissarin Odenthal das bisherige Geschehen für ihre Kollegen (und damit für die Zuschauer) brav zusammenfasst. Ein Service, auf den man gern verzichten würde.

Dabei geht’s mit Mord ganz klassisch los. Opfer ist ein bulgarischer Auftragskiller, der an der sogenannten Tortenschachtel, einem nach den Dreharbeiten abgerissenen Kaufhaus und heimlichen Wahrzeichen Ludwigshafens, erschossen aufgefunden wird. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Ganove vor 15 Jahren schon einmal in der Stadt gewesen ist. Damals wurde ein leitender Chemiker eines örtlichen Werkes ermordet. Ein Fall, der nie geklärt wurde und der womöglich auch etwas zu tun hat mit der aktuellen Bluttat.

Vogel und van Bergen sind Lichtblicke

Daraufhin  befragen die Kommissare Mark Moss (Christoph Bach), einen alten Freund und Kollegen des damals Ermordeten, der gerade auf den Sprung in den Vorstand des Chemie-Unternehmens ist. Der unsympathische Karrierist beteuert zwar seine Unschuld, kann Odenthal aber nicht überzeugen. Sie behält ihn lieber im Auge und trifft danach auf einen Mann, der ihr bereits am Tatort aufgefallen ist: Lu Wolff, der seit 15 Jahren in Thailand lebt und jetzt kurz in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist.

Das allein macht ihn in diesem Film gleich so verdächtig, dass ihn Odenthal nach einem recht intimen Verhör für eine Nacht in die Arrestzelle schickt. Wieso, weshalb, warum – auch das wird nicht geklärt. Und ist zudem besonders seltsam, weil die Kommissarin sich zu ihm irgendwie hingezogen fühlt. Aber immerhin wird dieser vernarbte Unterweltstyp von Vogel, der ja auf solch zwiespältige Figuren abonniert ist, überzeugend verkörpert. Den Flirt mit Odenthal kauft man ihm zwar nicht ab. Dennoch ist er ein Lichtblick in diesem Film, genau wie der Auftritt von Ingrid van Bergen als ehemaliger Puffmutter.

Müdes Geschehen mit tollen Effekten

Wer der Mörder ist, wird nicht verraten. Das Team um Regisseur Jobst Christian Oetzmann und Drehbuchautorin Dagmar Gabler hat sich visuell alle Mühe gegeben, das müde Geschehen aufzupeppen – mit allerlei Bildeffekten, dem Einsatz von Zeitlupen, rasant abgefilmten Stadtaufnahmen. Und mit einem finalen Showdown, den man eher in einem Quentin-Tarantino-Film erwarten würde und der in einem Krimi aus Ludwigshafen fast schon lächerlich übertrieben wirkt.

Bleibt zum Schluss die Hoffnung, dass Kopper beim nächsten Mal seine Lena wieder anständig bekocht. Damit sie sich ganz auf ihren Fall konzentrieren kann. Am besten bekocht er gleich das ganze Ludwigshafener "Tatort"-Team.

Von Ernst Corinth

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