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Fernsehen "The 100" zeigt Kampf ums Überleben
Nachrichten Medien Fernsehen "The 100" zeigt Kampf ums Überleben
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00:26 24.07.2015
Bellamy (Bob Morley) und seine Schwester Octavia (Marie Avgeropoulos) gehören zu den ersten, die einen Schritt in die unbekannte Welt wagen. Quelle: Pro Sieben
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Wann fing das eigentlich an? Bereits mit „Harry Potter“ oder doch mit „Die Tribute von Panem“? Seit ein paar Jahren scheinen Buch- und Drehbauchautoren all die Last und Not dieser Welt beziehungsweise einer Fantasiewelt auf die Schultern von Jugendlichen laden zu müssen. Neuestes Beispiel: die TV-Serie „The 100“, die von heute an bei Pro7 erstmals im deutschen Free-TV zu sehen ist. Die literarische Vorlage stammt von der 31-jährigen New Yorker Autorin Kass Morgan.

97 Jahre nach einem Atomkrieg werden 100 Jugendliche auf die Erde entsandt. Natürlich sind es nicht irgendwelche junge Frauen und Männer, die auf dieses Himmelfahrtskommando geschickt werden. Es sind Straftäter, die nun auf der möglicherweise immer noch atomverseuchten Erde testen sollen, ob diese wieder bewohnbar ist. Doch beim Flug zur Erde gerät der Raumfrachter von der Route ab und kracht bei der Landung unsanft in die Landschaft. In der Folge können die jungen Leute auf der Erde nicht direkt mit der „Ark“ (einer Art gigantischer ISS) im All kommunizieren.

Den dort lebenden restlichen 2000 Menschen bleiben nur noch die Signale von Armbändern, die den Jugendlichen angelegt worden sind, um sich über Leben und Tod ihrer Versuchskaninchen zu informieren. Vorausgesetzt, die Jugendliche nehmen die Armbänder nicht ab. Und die Jugendlichen? Sie sind vollständig auf sich allein gestellt, könnten auch im Notfall niemanden auf der „Ark“ um Hilfe rufen. Bald schon stellen sie fest, dass sie wider Erwarten keineswegs die einzigen Menschen auf der Erde sind und dass die dort lebenden Tiere teilweise auf unappetitliche Art und Weise mutiert sind.

Im Mittelpunkt der Gruppe, die versucht sich nun auf der Erde zurechtzufinden, steht die blonde Clarke Griffin (Eliza Taylor, im Bild oben). Ihre Mutter ist Ärztin und betreut das Programm als wissenschaftliche Beraterin. Clarkes Vater war auf der „Ark“ zum Tode verurteilt worden. Dort herrscht ein strenges System, in dem schon bei kleinsten Vergehen diese grausame Strafe verhängt und vollstreckt wird. Clarke hat also eigentlich eine große Wut im Bauch. Und dennoch ist sie die Vernünftige, Allzugute, Ausgleichende im Ensemble.

Ihre weibliche Gegenspielerin ist die widerspenstige brünette Octavia „O“ Blake (Marie Avgeropoulos, im Bild oben). Von den jungen Männern verfolgt zunächst Bellamy „Bell“ Blake (Bob Morley) andere Ziele als Clarke. Er sieht die Landung auf der Erde als eine Art Befreiung von den Regeln und Gesetzen der Erwachsenen auf der „Ark“ und gibt die Losung „Alles ist erlaubt“ aus. Die unterschiedlichen Ansichten, Ziele und Werte innerhalb der „100“ lassen schnell den ein oder anderen Konflikt eskalieren.

Ja, das alles klingt bekannt. „The 100“ ist eine Art Mischung aus „Herr der Fliegen“, „Lost“ und „Die Tribute von Panem“. Auch sind die meisten Darsteller bislang eher unbekannte, auf eine Barbie- und Ken-Art attraktive junge Menschen, deren Schauspielkünste noch ausbaufähig sind. Und dennoch: Die Serie ist durchaus spannend und sehr unterhaltsam inszeniert. Die Kulisse stimmt, die Handlungsstränge sind mit Vor- und Rückblenden geschickt ineinander verwoben, immer wieder werden klassische „Suspense“-Momente eingestreut. Die parallel zum Schicksal der Jugendlichen erzählten, bedrückenden Konflikte auf der „Ark“ verhindern, dass „The 100“ als reine Teenie-Serie daherkommt.

Netter Gag: Zahlreiche Charaktere der Serie sind nach bekannten Science-Fiction-Autoren benannt worden, so zum Beispiel Clarke nach Arthur C. Clarke, Octavia Blake nach Olivia Butler oder Well Jaha nach H. G. Wells. Dass das Konzept aufgeht, zeigen die ordentlichen Quoten in den USA: Dort startet im Herbst bereits die dritte Staffel beim Sender The CW.

Christiane Eickmann

Fotos: Pro Sieben

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