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Tom Buhrow wird neuer WDR-Intendant

„Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow wird neuer WDR-Intendant

Nach Friedrich Nowottny und Fritz Pleitgen steht wieder ein bekannter Fernsehmann an der Spitze des größten ARD-Senders. Der WDR-Rundfunkrat wählte mit großer Mehrheit „Tagesthemen“-Frontmann Tom Buhrow.

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Tom Buhrow wird neuer WDR-Intendant.

Quelle: dpa

Berlin. Fast sechs Stunden dauerte die Wahl. Am Ende wurde es der, auf den keiner gesetzt hatte: Der 54 Jahre alt „Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow ist neuer Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und damit Verwalter eines Budgets von fast 1,4 Milliarden Euro, dem größten in der ARD-Senderfamilie. Der Posten gilt als einer der mächtigsten in der deutschen Medienbranche.

Mit 41 von 47 Stimmen setzte sich Buhrow im Rundfunkrat gegen seine zwei Konkurrenten klar durch. Jan Metzger, Intendant des Minisenders Radio Bremen, erhielt vier Stimmen, Stefan Kürten, Direktor bei der Europäischen Rundfunkunion, nur zwei.

Die Idee, Buhrow als Kandidat ins Rennen um den begehrten Posten an der WDR-Spitze zu schicken, kam aus dem Kreis des Rundfunkrates. Eine Findungskommission hatte sich zunächst etliche Absagen eingehandelt: Darunter auch die von „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Peter Frey, Chefredakteur des ZDF.

Buhrow kehrt mit der Wahl zu seinen journalistischen Wurzeln zurück. Der Nachrichtenmann wurde in der Nähe von Köln in Troisdorf geboren, volontierte später beim WDR und war Redakteur beim Regionalmagazin „Aktuelle Stunde“. 1992 ging er als Korrespondent nach Washington. 2006 wurde Buhrow Nachfolger von Ulrich Wickert bei den Tagesthemen.

Was ihm fehlt sei die Management-Erfahrung, hieß es im Vorfeld der Wahl. Beim WDR sei die Nominierung des Rheinländers, über den sich das Gerücht hält, er würde bei der ARD aufgrund seines Aussehens als „Liftboy“ verspottet, deshalb eher belächelt worden. Denn Buhrow ist als Intendant nicht nur Chef über mehr als 4000 WDR-Mitarbeiter, er muss sich auch um längst überfällige Aufgaben kümmern. Dazu zählt vor allem das Programm für junge Zielgruppen interessanter zu machen, sowie der immer noch anhaltende Streit um die Tagesschau-App. Allerdings ist es auch nicht das erste Mal, dass mit Buhrow ein Journalist an der Spitze des mächtigen WDR steht. Auch Friedrich Nowottny und Fritz Pleitgen saßen dort bereits im Chefsessel. Monika Piel, die im Januar aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, arbeitete ebenfalls lange Jahre als Journalistin.

ARD-Programmdirektor Volker Herres war am Mittwoch einer der ersten, die Buhrow zu seiner Wahl beglückwünschten: „Ein Mann, der komplexe und brisante Themen allabendlich so kompetent vermitteln kann, der als langjähriger Reporter und ARD-Korrespondent so viele Erfahrungen gesammelt hat, wird der größten Landesrundfunkanstalt und der gesamten ARD guttun“, ließ Herres mitteilen. Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor erklärte, er sei sich sicher dass man gemeinsam viel bewegen könne, „damit der öffentlich-rechtliche Rundfunk zukunftsfähig bleibt“.

Offen ist nun allerdings die Nachfolgefrage bei den Tagesthemen. Der „Tagesspiegel“ hatte berichtet, dass Thomas Roth, derzeit ARD-Korrespondent in New York gute Chancen haben soll. Andere sehen Ingo Zamperoni, der gelegentlich Buhrow vertritt, als Favorit. Marmor wollte sich dazu gestern noch nicht äußern. „Wir werden das mit der gebotenen Eile, aber auch mit der nötigen Sorgfalt prüfen“, sagte der NDR-Intendant, dessen Sender die Tagesschau und die Tagesthemen verantwortet.

Nora Lysk

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