Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Deutschlands nächste Magersüchtige

„Topmodel“-Shows verstärken Risiko von Essstörungen

Von Nicola Zellmer

Am Donnerstag startet die nächste Staffel der Model-Castingshow „Germany's Next Topmodel" auf PRO7. Experten warnen vor den Auswirkungen solcher Sendungen. Bei jungen Zuschauern kann das Anfälligkeitsrisiko für Essstörungen erhöht werden.
Foto: Immer lächeln: Heidi Klum geht wieder auf Modelsuche.

Immer lächeln: Heidi Klum geht wieder auf Modelsuche.

© dpa

Berlin. Castingshows wie „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) auf PRO7 können bei ihren meist jugendlichen Zuschauern womöglich das Risiko von Essstörungen verstärken. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) unmittelbar vor Beginn der nächsten GNTM-Staffel am morgigen Donnerstag hin. „Wenn Mädchen sich trotz normalen Gewichts als zu dick empfinden, sind sie anfälliger für eine Essstörung wie Magersucht oder Bulimie“, betont Prof. Stephan Herpertz von der DGPM.

In einer neuen Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) waren vor allem die regelmäßigen GNTM-Zuschauerinnen im Alter von zwölf bis 21 Jahren mit ihrem Körper deutlich unzufriedener als ihre Altersgenossinnen. Obwohl rund 80 Prozent der Mädchen normalgewichtig sind, wünschten sich mehr als die Hälfte „schlanker“ zu sein. „Alle wollen Modelmaße“, bringt es eine 13-Jährige in der IZI-Befragung auf den Punkt. Jedes Mädchen träume davon, einmal „so hübsch, beliebt und berühmt“ zu sein wie die von Heidi Klum gecasteten Modelanwärterinnen in der PRO7-Show, sagte eine 14-Jährige. Nach den Sendungen werden diese nicht nur zum Gesprächsstoff unter den Jugendlichen – sie geben laut Studie auch Anreize für die Veränderung des eigenen Körpers. Schon eine befragte Elfjährige fand ihren Bauch und ihre Beine „zu dick“. Eine 14-Jährige sah in der Show einen Anlass abzunehmen.

Nach Angaben der DGPM sind in Deutschland 0,8 Prozent der jungen Frauen zwischen 14 und 20 Jahren magersüchtig, drei Prozent leiden an Bulimie. Beide Essstörungen könnten sich auch negativ auf die Knochendichte, das Längenwachstum und die Hirnreifung auswirken, erklärt Herpertz. Er rät Eltern dazu, rechtzeitig auf Alarmzeichen zu achten. „Wenn die Mädchen dem eigenen Gewicht zu viel Aufmerksamkeit schenken und sich nur noch alles um die Figur dreht, sollte man hellhörig werden“, warnt der Psychosomatik-Experte.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

So schützen Sie Ihre Daten

Anzeige

Videos aus Hannover

Anzeige

Datenschutz: Diese Begriffe sollten Sie kennen



Top