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Türkischer TV-Sender verbannt "logo!"

Proteste gegen ZDF-Kindernachrichten Türkischer TV-Sender verbannt "logo!"

Fast zehn Jahre lang hatte die Kindernachrichtensendung "logo!" ihren festen Platz im türkischen TV-Sender Kanal D. Damit ist es nun vorbei: Der reichweitenstarke Sender hat "logo!" aus dem Programm genommen - wegen der Berichterstattung über die Armenien-Resolution.

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Nicht mehr zu sehen auf Kanal D: Die Kindernachrichtensendung "logo!"

Quelle: ZDF/Archiv

Mainz. Nach der Bundestagsentscheidung zum Massaker an Armeniern hat ein türkischer Fernsehsender die Zusammenarbeit mit dem ZDF beendet. Der Kanal D habe mitgeteilt, dass die Ausstrahlung der täglichen ZDF-Kindernachrichten "logo!" eingestellt werden müsse, erklärte das ZDF am Mittwoch.

Als Grund würden zahlreiche Beschwerden von Zuschauern wegen der Abstimmung des Bundestags angegeben und die in "logo!" erfolgte Berichterstattung darüber. Das Parlament hatte die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft.

ZDF reagiert betroffen

Darauf kam es zu diplomatischen Spannungen: Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte danach die elf türkischstämmigen Abgeordneten als verlängerten Arm der verbotenen PKK bezeichnet. Zudem wurde der türkische Botschafter aus Berlin abgezogen.

Das ZDF reagierte betroffen. "Wir bedauern die Entscheidung unserer türkischen Partner sehr, eine solche integrationsfördernde Ausstrahlung von "logo!" zu beenden", teilte Frank-Dieter Freiling, Leiter Internationale Angelegenheiten des ZDF, mit.

Der öffentlich-rechtliche Sender hatte nach eigenen Angaben fast zehn Jahre lang über den gesamteuropäischen Ableger von Kanal D, der zur Dogan Yayin Holding ("Hürriyet") gehört, versucht, mit der Ausstrahlung der Kindernachrichten in deutscher Sprache vor allem Kinder türkischstämmiger Familien in Deutschland zu erreichen. Gerade "logo" war nach Ansicht der Mainzer geeignet, politische Entscheidungen und Nachrichten aus deutscher Sicht allgemeinverständlich an junge Zuschauer zu bringen.

Doch damit ist es nun vorbei.

dpa/RND/zys

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