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"Wir sind alle nicht vollkommen"

Uwe Ochsenknecht über Uli Hoeneß "Wir sind alle nicht vollkommen"

Kaum ein Prozess schlug so hohe Wellen wie der gegen den Ex-Präsidenten des FC Bayern. Zum Fall (des) Uli Hoeneß hat so ziemlich jeder eine Meinung. Das gilt auch für Uwe Ochsenknecht, der den Steuersünder am Dienstagabend (20.15 Uhr) in der Sat.1-Satire "Die Udo Honig Story" spielt.

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Satire über den Fall Uli Hoeneß – mit Hannes Jaenicke als Franz Kaiser (r.) und Uwe Ochsenknecht als Udo Honig alias Uli Hoeneß.

Quelle: obs/SAT.1/Arvid Uhlig

Herr Ochsenknecht, können Sie sich nach dem Film noch zum FC Bayern München ins Stadion trauen?
Warum nicht? Hoeneß wird in unserem Film ja nicht verunglimpft oder beleidigt, und ich hätte mich auch geweigert, ihn zu denunzieren. Es geht überhaupt nicht darum, über ihn zu richten, wir sind doch schließlich alle nicht vollkommen. Wir wollen Hoeneß auf satirische Weise gerecht werden.

In dem Film kommt auch ein gewisser Respekt vor der Lebensleistung von Uli Hoeneß zum Ausdruck …
So soll es auch sein, er hat ja viel Tolles geschaffen.

Und wie bewerten Sie es, dass er viele Millionen Euro Steuern hinterzogen hat?
Also, in erster Linie hat sich Hoeneß damit selber geschadet und am meisten darunter gelitten. Okay, er hat auch dem Staat ein bisschen geschadet. Aber wenn man sich anschaut, was die Politiker mit unseren Steuern teilweise so anfangen, da könnte man sich doch fast schon denken: Wenn jemand Steuern hinterzieht, dann fängt der Staat schon keinen Mist damit an.

Haben Sie eigentlich Mitleid mit Uli Hoeneß?
Nein. Er ist ja schon eine schillernde Persönlichkeit und ein emotionaler Mensch. So, wie er wütend brüllt vor der Kamera, kann er auch weinen, wenn er gerührt ist. Ob man ihn mag oder nicht, das muss jeder selber wissen. Ich kann mir da kein Urteil erlauben, weil ich ihn nicht kenne.

Dann haben Sie sich für die Vorbereitung auf die Rolle nicht mit ihm getroffen?
Nein, aber das war auch nicht nötig. Vielleicht wäre es sogar hinderlich gewesen. So jemand wie Uli Hoeneß würde sich bei einem solchen Treffen vielleicht von der besten Seite zeigen, und ich wollte mich gar nicht beeinflussen lassen. Als ich „Schtonk“ gedreht habe, wo ich den Kunstfälscher Konrad Kujau gespielt habe, habe ich Kujau auch nicht kennengelernt. Ich habe dafür einen Bambi bekommen und der Film wurde für einen Oscar nominiert.

Wie haben Sie sich denn auf die Rolle als Uli Hoeneß vorbereitet?
Ich habe mir meine schönen Locken abrasiert, habe außerdem diverse Biografien gelesen, mich in seinem engsten Personenkreis informiert, und ich habe mir auf Youtube mehrere  Auftritte von Uli Hoeneß angesehen. Auf diese Art konnte ich Gang, Gesten, Mimik und Sprechweise studieren.

Finden Sie es eigentlich richtig, den Fall in Form einer Satire aufzugreifen? 
Unbedingt. Bei einer Satire kann man sich durch die Überhöhung und durch fiktive Situationen mehr aus dem Fenster lehnen, als wenn man sich an die Fakten halten muss.

Sie saßen selbst mal in Untersuchungshaft, weil Ihre damalige Freundin in Ihrer Wohnung mit Drogen gehandelt hat …
Das ist schon sehr lange her, aber es gibt immer wieder Momente, wo das wieder hochkommt. Gerade während der Dreharbeiten hatte ich Träume, in denen ich im Knast saß, da wurden unangenehme Erinnerungen wach. Aber ich habe das damals überlebt. Es war eine Jugendsünde, und ich habe wirklich daraus gelernt.

Interview: Cornelia Wystrichowski

Zur Person

Uwe Ochsenknecht kam 1956 in Biblis zur Welt und wuchs in Mannheim auf. Nach der Ausbildung an der Schauspielschule Bochum gelang ihm mit den Filmen „Das Boot“ (1981) und „Männer“ (1985) der Durchbruch, zu seinen bekanntesten Rollen zählt die als Kunstfälscher Konrad Kujau in Helmut Dietls legendärer Satire „Schtonk!“. Der 59-Jährige hat einen Sohn aus einer früheren Beziehung und drei Kinder aus seiner geschiedenen Ehe mit Natascha Ochsenknecht.

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