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„Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz geht nach verlorener Wette baden
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ZDF-Show „Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz geht nach verlorener Wette baden

Wie am Schnürchen lief am Sonnabend alles bei „Wetten, dass..?“: Alle Wetten waren erfolgreich, alle Gäste motiviert. Dennoch ging Markus Lanz am Ende baden - im wahrsten Sinne des Wortes und bei drei Grad kaltem Wasser im Bodensee.

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Markus Lanz löste seine Wettschuld ein und nahm ein Bad im Bodensee.

Quelle: dpa

Friedrichshafen . „Schön war’s“, sagt Markus Lanz, als er aus dem drei Grad kalten Bodensee steigt. Die Anstrengung ist ihm trotzdem anzusehen: Minutenlang wedelt er mit den Armen, um warm zu werden und den Kreislauf in Schwung zu halten, Hände und Gesicht sind rot vor Kälte. Anderthalb Kilometer ist der „Wetten, dass..?“-Moderator an diesem Sonntagmorgen von Lindau aus ins österreichische Lochau geschwommen, nachdem er am Abend zuvor in seiner Sendung in Friedrichshafen am Bodensee die Saalwette haushoch verloren hatte.

Er hatte fest darauf gesetzt, dass sich in der Gastgeberstadt keine 100 Männer in Frauenkleidern zusammenfinden würden, die mit Volksmusikbarde Heino (74) den Ärzte-Titel „Junge“ sangen. Friedrichshafen belehrte den 43-Jährigen eines Besseren - und Lanz ging mit Neoprenanzug und begleitet von der Wasserwacht Lindau im Bodensee Baden. Die gute Laune verlor der Moderator aber trotz der bescheidenen Temperaturen nicht: Entspannt sei das Schwimmen gewesen, aber saukalt, sagte Lanz. Zwischendurch hätten ihn ein paar Möwen umkreist. „Da meinte ich, so etwas wie Mitleid zu erkennen.“

Beim Blick auf die Einschaltquote wird es mit der guten Laune schon etwas schwieriger: 8,57 Millionen Zuschauer waren Zeuge der Show und bedeuteten für Lanz Minusrekord nach seiner Dezember-Ausgabe, die 8,89 Millionen Menschen sahen. Dennoch liegt er im Soll, zumal ZDF-Intendant Thomas Bellut acht Millionen Zuschauer ihm als Vorgabe auf den Weg gegeben hatte. Lanz siegte außerdem haushoch gegen die Konkurrenz der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ mit 3,92 Millionen.

Dabei lief für den 43-Jährigen in seiner fünften Ausgabe von „Wetten, dass..?“ alles wie am Schnürchen: Es gab Wetten zum Staunen, zum Mitfiebern, zum Bangen und Lachen - und alle funktionierten auch noch tadellos. Wettkandidaten und Gäste schienen mit Leidenschaft dabei zu sein - allen voran Dschungelcamp-Bewohnerin Olivia Jones, der man sowohl ihre anfängliche Begeisterung („Wir sind bei „Wetten, dass..?“ - ich kanns gar nicht glauben“) als auch die Enttäuschung („Was, müssen wir schon gehen?“) abnahm, als Lanz sie und Dschungelcamp-Kollegen Joey Heinle kurz darauf nach draußen schickte, um die Saalwette anzupacken.

Für Emotionen in der vollbesetzten Halle in Friedrichshafen sorgten die Wettkandidaten Lina Mai Nguyen und Daniel Rall. Die Siebenjährige aus Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen, weil sie im Kopf Wörter in Binärzahlen umwandelte und schon beim ersten Buchstaben einen Patzer hinlegte. So mancher Zuschauer schien fast den Atem anzuhalten, während die Drittklässlerin minutenlang hochkonzentriert Nullen und Einsen aneinanderreihte.

Der 26-jährige Daniel Rall aus Hornberg im Schwarzwald öffnete Bierflaschen mit den Speichen seines Fahrrads und schien beinahe die Fassung zu verlieren, als er am Ende Wettkönig wurde. Den Sieg widmete er seinem im Juni 2012 verstorbenen Vater, mit dem er sich die Wette ausgedacht hatte. Auf den Flaschen, die er nacheinander mit dem Vorderrad köpfte, war dabei nicht ein Etikett zu sehen: Das ZDF hatte sich zuletzt Schleichwerbungsdiskussionen stellen müssen.

Die restlichen Wetten boten gewohnte „Wetten, dass..?“-Unterhaltung: Ein 66-jähriger hob allein mit seiner Körperkraft dreimal ein Kart-Auto in die Höhe, während eine Mannschaft die Reifen wechselte. Zwei Hamburger brachten den Fußball ins Spiel: Aus einem fahrenden Reisebus schoss einer der Kandidaten Bälle gegen eine Wand, der andere fing an der hinteren Tür insgesamt zehn davon bei voller Fahrt wieder auf. Und zwei Turnerinnen erkannten ihre Kameradinnen allein am Geräusch, dass diese beim Handstand-Überschlag erzeugten.

Musik gab es von Bruno Mars und Justin Timberlake, der sich als einziger nicht deutscher Promi auch noch für ein halbes Stündchen zu den anderen Gästen aufs Sofa gesellte. Es muss eine Wohltat für Markus Lanz und das ZDF gewesen sein: Denn der US-Schauspieler brauchte nur wenige Minuten, um die Irritation mancher amerikanischer Kollegen über die deutsche Unterhaltungsshow vergessen zu machen. Jüngst erst lästerte die „New York Times“ über „Wetten, dass..?“ als „ergraute alte Show“, im November äußerte sich Hollywood-Star Tom Hanks abfällig über die Sendung.

Timberlake dagegen plauderte am Samstagabend entspannt und locker mit Markus Lanz und seinen Gästen in Friedrichshafen, schien ehrlich schockiert über das eingeblendete Video eines Sturzes von Ski-Legende Hermann Maier und sang - extra für Lanz’ Assistentin Cindy aus Marzahn - ein Ständchen von Elvis Presley. Selbst als seine Mitarbeiter ihm vom Bühnenrand aus Zeichen gaben, winkte er locker mit der Hand, als würde er sagen wollen: Lass mich noch ein Weilchen hier sitzen, ist grad so lustig. 

dpa

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