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Zum Rassisten in nur vier Stunden

TV-Sendung „Der Rassist in uns“ Zum Rassisten in nur vier Stunden

Es ist ein makaberes Versprechen. „Sie werden erleben, wie schnell ein Mensch zum Opfer, aber auch zum Täter werden kann.“ Das kündigt Moderator Amiaz Habtu den Zuschauern am Anfang der ZDFneo-Sendung „Der Rassist in uns“ an. Das Schlimme ist: Er hält Wort.

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„Verlässlichkeit ohne Kontroversen“

Trainer Jürgen Schlicher mobbt die blauäugigen Teilnehmer.

Quelle: ZDF

39 Männer und Frauen haben sich zu einem „Workshop“ bereit erklärt. Sie alle sind ahnungslos, was passieren wird. Antirassismustrainer Jürgen Schlicher trennt sie in zwei Gruppen. Die Braunäugigen werden am Einlass herzlichst begrüßt, die Blauäugigen erleben Schlicher dagegen von seiner miesesten Seite. Er mobbt und schnauzt sie an. Als Zeichen der Absonderung bekommen die Blauäugigen einen grünen Kragen um den Hals. Niemand schreitet ein, und das setzt sich auch so fort. Vorurteilsforscherin Prof. Juliane Degner verfolgt derweil alles auf dem Monitor. Sie kennt diese Mechanismen  des Wegschauens. In weniger als vier Stunden wirkt das Gift, das Trainer Schlichter den Workshopteilnehmern gegen die Blauäugigen verabreicht hat.

ZDFneo nennt die Sendung ein „Social-Factual-Format“. Manchmal erinnert sie unangenehm an Schulunterricht. Manchmal ist die Gemeinheit gegenüber den Probanden schwer zu ertragen. Was den Machern aber hervorragend gelungen ist: Die Sendung zeigt die Mechanismen, wie Menschen Leute mit einem bestimmten Merkmal schikanieren, ohne dass sie sich dessen überhaupt bewusst sind. Das Training basiert auf einer in den Sechziger entwickelten Idee der US-Lehrerin Jane Elliott.

„Der Rassist in uns“ | ZDFneo | Heute, 22.15 Uhr

Von Christoph Bock

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