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Fernsehen Zickige Kommissare im Tatort „Todesbilder“
Nachrichten Medien Fernsehen Zickige Kommissare im Tatort „Todesbilder“
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19:45 13.01.2012
Ausgewiesene Kommissare: Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) bei der Ermittlungsarbeit. Quelle: MDR/Steffen Junghans
Leipzig

Eben hatten sie noch wild und ausgelassen gefeiert. Die Braut hatte den jubelnden Hochzeitsgästen lasziv ihr Strumpfband präsentiert und danach ihrem Frischvermählten das Glas stibitzt. „Du brauchst keinen Champagner, du hast doch mich!“, flötet sie ihm zu. Ein mysteriöser Fotograf hält alles auf Bildern fest. Das Glück scheint unzerstörbar. Am nächsten Morgen sind beide tot, Braut Annika und Bräutigam Peter, brutal erschlagen am Ufer eines Sees, unweit der übrigen Hochzeitsgesellschaft. Kommissar Andreas Keppler (Martin Wuttke) und Kollegin sowie Exfrau Eva Saalfeld (Simone Thomalla) nehmen die Ermittlungen auf.

„Todesbilder“ heißt der „Tatort“ aus Leipzig, mit dem das vormals verbandelte und aufgrund des Todes der Tochter und Kepplers damaliger Alkoholsucht am Pärchendasein gescheiterte Polizistenduo das erste Dutzend gemeinsamer Fälle vollmacht. Wegen der spannenden Vorgeschichte der beiden Ermittler, über die mit jedem Fall ein wenig mehr bekannt wird, sind ihre Leipziger Vorgänger Ehrlicher (Peter Sodann) und Kain (Bernd Michael Lade) zwar nicht vergessen, aber zumindest gut ersetzt. Was hatte es 2008 für eine Aufregung gegeben, als Sodann und Lade recht unsanft auf ARD-Direktive hin ihre Büros räumen mussten. Die Nachfolger füllen ihre großen Fußstapfen aus.

Regisseur und Autor Miguel Alexandre, Grimme-Preis-Träger 2005, hat dem Duo für Fall Nummer zwölf ein solides Drehbuch geschrieben, das viel – aber nicht zu viel – Raum für die weitere Entwicklung ihrer Beziehung lässt. Martin Wuttke lässt seinen dauerhaft schlecht gelaunten Keppler mal cool, mal handgreiflich agieren. Der ewige Nörgler sträubt sich weiterhin vehement dagegen, aus seinem kleinen Hotelzimmer auszuziehen.

Eine Wohnung sei ihm einfach zu „prätentiös“. Verdächtige schubst er schon mal unsanft durch den Raum. Er ist der einsame Wolf, der insgeheim der Vergangenheit – und der verflossenen Liebe – hinterhertrauert und dies mit Ruppigkeit überspielt. Vor allem Kriminaltechniker Menzel (Maxim Mehmet) muss sich ständig Kepplers Nörgeleien gefallen lassen. „So wie du arbeitest, möchte ich mal Ferien machen!“, herrscht der den armen Kollegen an, der schließlich sehr viel zur Aufklärung der Leipziger Fälle beiträgt.

Zwischen Keppler und Kollegin Saalfeld entwickelt sich ein zickiges Spielchen. Sie trifft ihre einst von einer Minute auf die andere verschwundene Jugendliebe wieder, einen Fotografen. Der landet schnell im Visier der Beamten. Zuvor hat die Kommissarin jedoch noch Gelegenheit – um der alten Zeiten willen –, mit dem Mann zu flirten und Keppler eifersüchtig zu machen. Simone Thomallas Mimik beschränkt sich dabei auf das Vor- und Zurückstülpen ihres Schmollmundes. „Du hast ja ein Privatleben“, zieht Keppler sie beleidigt auf. „Das wird mir jetzt einfach zu blöd hier“, ätzt sie zurück. Sie sind halt nicht nur ein Ermittlerpaar, sie waren auch mal ein Ehepaar.

Der Tod des Hochzeitspaares und auch der spätere, zunächst kaum mit dem ersten Fall in Verbindung zu bringende Mord an einer Abiturientin bietet klassischen Krimistoff, spannend und kurzweilig erzählt. Bis die Kommissare das Mordmotiv erkennen und entsprechend beide Morde in Verbindung bringen können, sind drei Verdächtige verschlissen, die Themen Eifersucht, Depression und sexueller Missbrauch angeschnitten worden.

Am Ende folgen die große Kehrtwende – und ein Keppler, der im dramatischen Finale endlich einmal ehrlich zu sich und seinen Gefühlen ist. Da ist noch viel zu erwarten zwischen diesen in besonderer Verbindung stehenden Kommissaren, wenn sie bald in Fall 13 ermitteln.

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