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Wenn nur das Russenmafia-Klischee nicht wäre...

Tatort-Kritik Wenn nur das Russenmafia-Klischee nicht wäre...

Das Frankfurter Ermittler-Team hat am Sonntagabend seinen zweiten Tatort bestritten. Von der Kritik gab es Lob für die Story rund um korrupte Polizisten, aber ganz ohne Klischeereiterei kam der Krimi nicht aus: Schmieriger als diese Russen war die Mafia noch nie.

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Janneke und Brix bei den Russen: Hochzeitsfoto gibt's mit dazu, gelungene Situationskomik.

Quelle: HR/Degeto/Bettina Müller/dpa

Frankfurt. Korrupte Sitte-Bullen, ein Bordell mit dem Namen "Diamond", ein höchst ungleiches, aber deswegen umso passenderes Ermittler-Duo: Der zweite Fall des Frankfurter Tatort-Teams hat bei Kritik und in den sozialen Netzwerken viel Lob geerntet. Alle, die den Krimi noch in der Mediathek sehen wollen, sollten an dieser Stelle aussteigen – Spoiler-Alarm. Denn hier kommen noch einmal die Highlights des gestrigen Tatorts:

Cojones vs. Naivchen: Wolfgang Koch und Margarita Broich spielen mit Paul Brix und Anna Janneke ein höchst ungleiches Ermittler-Duo. Er kommt von der Rotlicht-Sitte, wohnt bei einer älteren Transsexuellen, versteckt eine illegale Waffe im Badezimmerspiegelschrank und braucht immer einen Chef oder eine Kollegin, die für ihn Beweisstücke verschwinden lassen, weil er einfach zu viel "Cojones" hat. Sie hingegen ist die Psychologin, die eher das Köpfchen einschaltet, aber deswegen nicht weniger gefährlich ist.

Die Tatort-Macher haben mit ungleichen Teams – siehe Münster – gute Erfahrungen gemacht. Und auch in Frankfurt gelingt das. Die Situationskomik nimmt nicht überhand, im Gegenteil. Denn die Figuren gewinnen an Tiefe. Brix wird gejagt von einem Vorfall im Rotlichtmilieu, bei dem sein korrupter Sitte-Kollege Simon Finger eine Leiche verschwinden lassen musste. Und Anna Janneke liebt zur allgemeinen Überraschung schnelle Auto und hat auch kein Problem damit, die Chefin der Russenmafia hinters Licht zu führen.

Offizielle und inoffizielle Leichen: Am Ende fällt es schwer, die Leichen zu zählen. Waren es drei, vier? Ja, da sind diese zwei als Selbstmorde getarnen Morde der Russenmafia, aber eigentlich geht es darum, dass Polizisten reihenweise andere Polizisten umlegen. Das ist was anderes. Dementsprechend hochkarätig ist die Polizistenriege auch besetzt: Mit Justus von Dohnányi als mörderischem Revierleiter. Manch ein Twitterre witzelte, dass diese Rolle wohl die vorraussehbarste war.

Die Russenmafia – nicht mehr als Kulisse: Ein paar Pseudo-Bösewichte muss es dennoch geben. Diese Lücke füllt beim Frankfurter Tatort die Russenmafia, ein schmieriger Haufen zwielichter Gestalten, Muskelprotze mit blondem Haar, die sich in angeranzten Wohnungen treffen. Deren Bossin (die einzige Überraschung: eine Frau!) residiert in einer Prunkvilla während sie die Fäden für Geldwäsche in einem Vergnügungspark zieht. Gähn! – und dementsprechend von der Twittergemeinde verlacht.

aks

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