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10:51 02.07.2011
arte zeigt eine Dokumentation über das Fagus-Werk in Alfeld. Quelle: dpa
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Aus einem Streit zweier Männer sind schon ganze Kriege geworden. Wenn es besser läuft, kann dabei aber auch ein Weltkulturerbe herauskommen. So geschehen 1911 in Alfeld, als der Angestellte Carl Benscheidt aus Frust über seinen neuen Chef die Firma C. Behrens verließ und auf der anderen Seite der Bahngleise seinen eigenen Betrieb aufbaute. Da der in Sichtweite der Konkurrenz lag, wollte Benscheidt einen ganz besonderen Bau hochziehen lassen. So kam der Architekt Walter Gropius ins Spiel. Hundert Jahre später sind die Fagus-Werke gerade Weltkulturerbe der Unesco geworden und Stoff für eine 26-minütige arte-Dokumentation. Der Film von Niels-Christian Bolbrinker hat mehr zu bieten als die Anekdote über die Gründung. Er schafft es, ein Gebäude, das der Laie bisher vielleicht nur als gelben Ziegelbau mit viel Glas zwischen Hannover und Göttingen wahrnahm, zum Leben zu erwecken.

Für Experten stand die Einzigartigkeit der Fagus-Werke schon immer außer Frage. Normalverbraucher dürfen sie sich erklären lassen. Die Architektur von Gro­pius und die Ethik Benscheidts würdigt die Dokumentation in gleichen Teilen, schließlich gehört beides zusammen: Wenn die Arbeiter nicht in dunklen Ecken saufen sollten, dann brauchten sie eine lichtdurchflutete Fabrik. Neben der nervigen Hintergrundmusik hat der Film nur eine Schwäche. Dass Benscheidt auch Schuhleisten herstellen ließ, auf denen Offiziersstiefel für den Ersten Weltkrieg produziert wurden, wird nicht weiter ausgeführt.

Sören Hendrik Maak

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