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Die wilden Feste der Vegetarier

Das tut weh! Die wilden Feste der Vegetarier

Wenn Vegetarier feiern, dann geht es oft heftig zur Sache. Und Fleischfresser, wie ich, staunen anfangs zwar, fühlen sich letztlich aber doch durch diese ungewöhnlichen Festrituale bestätigt - in dem Vorurteil, dass Pflanzenesser einiges wohl zu kompensieren haben.

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Quelle: Screen

So ist ihr Umgang, mit dem was sie schließlich essen, doch recht grausam: Pflanzen, Gemüse und so weiter werden also beispielsweise geschält oder gehäutet, zerschnitten und zerstückelt, zerhackt und zerbröselt, blanchiert, gedünstet oder gekocht, manchmal auch zerkocht! Und irgendwann dann genüsslich gegessen - um es vornehm zu umschreiben.

Und dieser recht raue Umgang mit den pflanzlichen Objekten ihrer körperlichen Begierde drückt sich dann auch aus eben in den Festen von Vegetariern. Eines davon hat kürzlich Bild.de ( http://tinyurl.com/yjto8qd) beschrieben mit den Worten: "Autsch! Wangen durchbohren, um Böses zu vertreiben". Dazu sieht man ein schockierendes Bild, das einen Mann (bestimmt ein typischer Pflanzenverzehrer!) zeigt, der sich mit Drahtseilen die Wangen durchbohrt hat. Und im Text dazu heißt es unter anderem weiter: "Beim jährlichen Vegetarier-Festival auf der Insel Phuket in Thailand durchbohren die Teilnehmer ihre Wangen mit Stichwaffen, laufen barfuß über glühende Kohlen oder steigen auf Leitern, deren Sprossen messerscharfe Klingen sind". Das klingt nicht gut, ja, zumindest für Fleischfresser ist das sogar unappetitlich!

Doch leider ist so ein von pflanzlicher Lust getriebener Vorgang wohl letztlich irrelevant -- nicht nur für das Online-Lexikon Wikipedia, um dessen deutsche Ausgabe nach Ansicht von Spiegel-Online ( http://tinyurl.com/ygyu88o) ein Krieg tobt: "Wikipedia-Autoren ziehen in den Löschkrieg -- gegen Katzen". Hintergrund ist ein Streit, ob bestimmte Texte oder Einträge relevant sind für ein Lexikon. So wurden beispielsweise die im Netz äußerst beliebten, weil witzigen Lolcats gelöscht. Wer nun als Online-Neuling wissen möchte, was sich dahinter verbirgt, der sucht - oder besser: suchte danach bei Wikipedia eine Zeitlang vergeblich. Inzwischen sind die Katzen nämlich wieder da.

Und dieses "Mal-da-mal-gelöscht" betrifft vor allem auch seriösere Begriffe, deren umstrittene Relevanz dann zu Diskussionen führen, die so verbiestert sind, dass man sie nur als typisch deutsche Prinzipienreiterei bezeichnen kann.

Eine besonders komische Folge dieses Streits ist, dass Kritiker dieses Vorgangs offenbar kurzerhand mit dem Löschen ihres Wikipedia-Eintrags bestraft werden. Gelöscht wurden beispielsweise kürzlich die Lexikon-Beiträge über Felix von Leitner, der in seinem Blog ( http://tinyurl.com/yk9rmw9) die Löschaktionen kritisierte. Oder über Bettina Winsemann, die es wagte, sich dazu im Online-Magazin Telepolis (http://tinyurl.com/ygbos9v) zu äußern. Geht man so mit Kritikern um?

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