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Streit um Musikvideos: Die Gema macht's unmöglich

Netzgeflüster Streit um Musikvideos: Die Gema macht's unmöglich

Oft verflucht, doch geholfen hat es bisher nichts. Deutsche Nutzer sind, wenn es um populäre Musikvideos geht, immer noch meist die Dummen. Im Fernsehen laufen sie nur noch selten oder zu exotischen Sendezeiten.

Und das Internet genauer: YouTube ist auch keine Alternative – zumindest in Deutschland nicht, eines der wenigen Länder, wo sich eine Rechte-Vermarktungsgesellschaft wie die Gema mit dem populärsten Videokanal des Netzes nicht auf ein Bezahlmodell einigt. Die Gema verlangt angeblich pro Aufruf eines Musikvideos 13 Cent. Einen Betrag, den der Inhaber von YouTube, Google, nach eigenen Angaben nicht über Werbeeinahmen decken kann. Und der auch mir als Laie ziemlich hoch erscheint.

Ein Kompromiss ist jedenfalls nicht in Sicht. Und das Nachsehen haben, wie schon gesagt, die deutschen Nutzer, die nach Aufruf vieler Videos mit dem ärgerlichen Hinweis abgespeist werden: „Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat. – Das tut uns leid.“ So findet man in der aktuellen Viral Video Chart gleich mehrere Videos mit diesem Nerv-Hinweis – beispielsweise Musikvideos von Britney Spears, Lady Gaga, Bruno Mars oder Chris Brown.

Das Nachsehen haben aber nicht nur die Nutzer, denen wohl nur Wortmagier erklären könnten, warum man diese Videos zwar in England, Frankreich oder USA sehen darf, aber nicht in Deutschland. Das Nachsehen haben auch die Künstler selber, für die eine Ausstrahlung über YouTube und Co. kostenlose Werbung bedeutet – auch für anstehende Tourneen. Kein Wunder, dass inzwischen die ersten Plattenfirmen die Gema für ihre Politik kritisieren. So haben nach einem Bericht von spiegel.de die Deutschland-Chefs von Sony Music und Universal Music öffentlich den Verdacht geäußert, dass die Gema noch nicht im Digitalzeitalter angekommen sei.

Und heftige Kritik kommt auch von der Hacker-Gruppe Anonymous, die sich gern freiheitsliebend und politisch alternativ gibt und die nun angeblich eine Operation Gema gestartet hat. Als erstes wurde die Netzseite der Verwertungsgesellschaft durch einen Angriff für kurze Zeit blockiert.

Dazu wurde dieses Video veröffentlicht und angekündigt, Wege zu nennen, mit denen man die Netzsperren umgehen kann. – Und bis das soweit ist, kann man ja genau dies ja mal über diese Netzseite versuchen. Ein ganz legaler Umweg!

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