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iShareGossip: Mobbing-Seite wurde angeblich gekapert

Netzgeflüster iShareGossip: Mobbing-Seite wurde angeblich gekapert

Offenbar erleben wir gerade den Frühling der Hacker. All überall werden derzeit – meist erfolgreich – Netzseiten angegriffen, die durchaus prominenten Inhabern, großen Firmen, Behörden oder gar Kreditanstalten gehören.

Und anschließend werden geheime oder äußerst peinliche Daten im Netz veröffentlicht. Oder es wird zumindest damit gedroht. Und inzwischen ist das schon Thema elektronischer Kunst: Hier kann man sich beispielsweise ein Video des Künstlers Jörg Piringer anschauen, das er aus Tausenden von Passwörtern erstellt hat, die zuvor die Hacker einer großen Pornoseite veröffentlicht haben.

Eines der beliebtesten Passwörter ist anscheinend immer noch: 123456. Das neuste deutsche gehackte Beispiel liefert die berüchtigte Netzseite iShareGossip, auf der bis vor kurzem jeder andere Leute anonym denunzieren und beleidigen konnte. Zielgruppe waren Jugendliche und vor allem Schüler, und unter Schülern, die mal mobbend die Sau rauslassen wollten, war diese aus dem Ausland geführte Website wohl auch durchaus populär. Glaubt man zumindest den zahlreichen aufgeregten Medienberichten, die vor einigen Monaten dieses unappetitliche Netzangebot erst richtig bekannt gemacht haben. Komischerweise war es inzwischen sehr ruhig geworden um diese Mobbing-Website, bis zu dem jetzt erfolgten Hacker-Angriffe. Ein Schuft, der Schlechtes dabei denkt.

Egal, diese Seite wurde also angeblich von einer Gruppe namens 23timesPi gekapert, die sich nun dort reimend verewigt hat. Unter der Überschrift „Hacks and Kisses“ steht jetzt auf der Begrüßungsseite: „Vernimm derweil, Geschöpf der Nacht,? die Mär von Zeiten unter Lichte.? Denn wer allein im Dunklen wacht,? dem scheint wohl fremd, was ich berichte.“ (Wer weiß, von wem der Text stammt, der mag es uns bitte in den Kommentaren verraten!)

Aber 23timesPi dichtet nicht nur, sondern fordert die bisher öffentlich nicht bekannten Betreiber der Schmuddelseite auf, sich innerhalb von einer Woche der Polizei zu stellen. Sonst würden ihre Daten im Netz veröffentlicht. „Dann können sich die Opfer gleich persönlich bedanken kommen.“ Man droht also mit Selbstjustiz. Das ist zwar auch nicht die feine hannöversche Art, aber mein Mitgefühl hält sich in diesem Fall doch arg in Grenzen.

Kleine Zugabe: Auch die bekannte geheimnisvolle deutsche Hacker-Gruppe „Kripo“ hat ja kürzlich mit Kino.to eine beliebte Seite im Netz gekapert. Dazu zwei lesenswerte Blog-Beiträge: Nerdcore und Der Postillon.

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