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B.Z. zeigt auf Facebook nur Brüste

24-stündige Protestaktion B.Z. zeigt auf Facebook nur Brüste

Dass eine Boulevardzeitung nackte Menschen zeigt, ist nicht ungewöhnlich – es sei denn, sie veröffentlicht 24 Stunden nichts anderes außer Aktbilder bekannter Maler. Damit protestiert die B.Z. gegen Facebooks Umgang mit Hasskommentaren.

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Picasso-Gemälde "Weiblicher Akt vor einem Garten" (Symbolbild): Die Zeitung "B.Z. veröffentlicht auf ihrer Facebook-Seite 24 Stunden lang nur Akt-Bilder – sie protestiert damit gegen Facebooks Lösch-Regeln.

Quelle: dpa

Berlin. Am Montagabend ist die Facebook-Seite der B.Z. noch erreichbar. Das soziale Netzwerk hat sie nicht gesperrt, obwohl die Boulevardzeitung nur noch Meldungen mit Aktbildern veröffentlicht, und Facebook sieht nackte Menschen nicht so gern auf seinen Seiten. Der Konzern löscht die Einträge dann oft sehr schnell. Kommentare, in denen jemand gegen Flüchtlinge hetzt, bleiben dagegen häufig stehen. Dagegen protestiert die B.Z. mit ihrer Aktion: Sie will 24 Stunden lang jedes Facebook-Posting mit dem Aktbild eines bekannten Malers illustrieren – obwohl der Inhalt des Postings gar nicht dazu passt.

Da steht dann zum Beispiel: "Beliebers aufgepasst! Bieber in Berlin!" Dazu hat die Redaktion "Les Amants" von Gauguin ausgewählt. Die Nachricht "Schulter kaputt! Pekarik muss operiert werden" steht unter "Sitzender männlicher Akt" von Runge. Und wenn der Nutzer die Überschrift "Leichtathleten beklagen Versagen der Kommunikation" liest, sieht er dazu "The Tempyo Era" von Shigeru Aoki. 

Der Umgang mit fremdenfeindlichen Kommentaren war am Montag auch Thema eines Treffens von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) mit Vertretern von Facebook. Beide Seiten vereinbarten die Bildung einer gemeinsamen Task-Force gegen Hassbotschaften, wie der Politiker anschließend berichtete. "Ziel ist, das Beschwerdemanagement zu verbessern und dass strafbare Äußerungen besser identifiziert werden können", sagte Maas nach einem Gespräch mit Facebook-Managern in Berlin.

In die Taskforce sollen weitere soziale Netzwerke einbezogen werden. Ebenfalls sollen Nichtregierungsorganisationen beteiligt werden, die sich gegen Hassbotschaften im Netz wenden. Als Ergebnis sollten "möglichst bis Ende des Jahres Maßnahmen organisiert werden", um zum Beispiel fremdenfeindliche oder beleidigende Äußerungen schneller von Online-Portalen zu löschen, kündigte der Minister an.

Vorher hatte Facebook bereits angekündigt, von sich aus stärker gegen die Verbreitung von Hassrede im Netz vorzugehen.

wer/afp

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