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Richter ordnet Zwangspause für WhatsApp an

Brasilien Richter ordnet Zwangspause für WhatsApp an

Seit Montag müssen die Menschen in Brasilien ohne WhatsApp auskommen. Ein Richter ordnete eine landesweite Sperrung des Messengers an – für drei Tage. Offenbar soll Facebook dadurch gezwungen werden, die Chatprotokolle von Nutzern herauszugeben.

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WhatsApp auf dem Smartphone (Symbolbild): In Brasilien ist der Messenger auf Anordnung eines Richters blockiert worden – für drei Tage.

Quelle: Ritchie B. Tongo/EPA

Rio de Janeiro. Die Entscheidung des Richters hat eine Vorgeschichte: Whatsapp ist vor einigen Wochen aufgefordert worden, den Gesprächsverlauf zwischen mutmaßlichen Drogenhändlern an die Behörden herauszugeben. Das lehnte Facebook ab – Whatsapp ist ein Tochterunternehmen des Konzerns und soll in Brasilien rund 100 Millionen Nutzer haben. Daraufhin wurde ein Facebook-Manager wegen mutmaßlicher Behinderung der Justiz festgenommen.

Drei Tage lang ohne WhatsApp

Offenbar haben die Behörden den Gesprächsverlauf immer noch nicht bekommen. Denn am Montag entschied ein Richter, dass WhatsApp drei Tage lang in Brasilien blockiert werden soll. Seine Anordnung wurde den fünf führenden Telefonanbietern des fünftgrößten Landes der Welt übermittelt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Sollten sich die Mobilfunkanbieter weigern, drohten ihnen Strafen von 500.000 Reais (127.000 Euro) pro Tag.

Die Frage ist aber, ob WhatsApp und Facebook den Behörden überhaupt helfen kann? Vor einigen Wochen erklärte der Messengerdienst nach Angaben von lokalen Medien, dass er die gewünschten Daten nicht habe und sie deshalb auch nicht zur Verfügung stellen könne. Das Unternehmen speichere die Gesprächsverläufe seiner Kunden nicht. Die Behörden entgegneten, sie hätten nicht den Inhalt der Gespräche angefordert, sondern nur die Geo- und Benutzerdaten von Verdächtigen.

Nicht der erste Fall dieser Art

WhatsApp war in Brasilien schon einmal auf Anordnung eines Richters gesperrt worden. Im Dezember 2015 sollte der Messenger zur Herausgabe von Daten in einem Kriminalfall gezwungen werden. Aber nach 14 der ursprünglich geplanten 48 Stunden hob ein höherer Gerichtshof die Entscheidung wieder auf – und die Brasilianer konnten sich wieder über WhatsApp verabreden.

wer/dpa

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