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Bezug war "ekelhaft" und "so nie gedacht"

Entschuldigung für Werbespot Bezug war "ekelhaft" und "so nie gedacht"

Comedian Atze Schröder gibt gern den Proll - und macht mit seiner Figur auch Werbung für Wiesenhof. In einem anzüglichen Spot sehen Internet-User eine Verhöhnung von Gina-Lisa Lohfink und entfachen einen Shitstorm. Künstler und Unternehmen entschuldigen sich.

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Comedian Atze Schröder (unten rechts) hat sich nun bei Gina-Lisa Lohfink (oben rechts) für die Ausstrahlung des Wiesenhof-Spots entschuldigt.

Quelle: dpa/twitter/Archiv/no

Visbek. Der Geflügelfleischproduzent Wiesenhof und der Comedian Atze Schröder haben sich für ein heftig kritisiertes Werbevideo entschuldigt. Vor dem Hintergrund der Berichterstattung um Gina-Lisa Lohfink hätte der Spot so definitiv nicht veröffentlicht werden dürfen, teilte der Marketing-Geschäftsführer von Wiesenhof, Ingo Stryck, am Sonnabend auf dpa-Anfrage mit. "Dafür möchten wir uns in aller Form entschuldigen und haben das Video sofort aus dem Netz genommen."

Die frühere "Germany's Next Top Model"-Kandidatin Lohfink wehrt sich vor Gericht gegen den Vorwurf, zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt zu haben. In dem gut anderthalb Minuten langen Werbevideo hält Schröder eine lange Bratwurst in die Kamera und sagt unter anderem: "Danach müssen Gina und Lisa erstmal in die Traumatherapie." Das Video sei bereits im vergangenen Jahr gedreht worden, schrieb Stryck. Auch Atze Schröder entschuldigte sich auf seiner Facebook-Seite. 

Die im Netz geäußerte Empörung über den Spot ist groß. "Die, die mit Vergewaltigung Werbung machen. Ihr & Atze seid ekelhaft", twittert ein User am Sonnabendnachmittag. Ein anderer twittert: "20 Zentimeter Hirn - danach müssten Atze und Wiesenhof erst einmal in die Traumatherapie." "Hähnchen-KZs, Atze Schröder und Spott über eine vergewaltigte Frau. Bei Euch stimmt das Gesamtpaket", schreibt ein weiterer Nutzer.

Auf seiner Facebook-Seite schrieb Schröder wenig später, er sei "absolut und ausnahmslos gegen jede Form sexueller Gewalt". Seit Jahren engagiere er sich für den Verein Roterkeil.net gegen Kinderprostitution. Auch er schreibt, dass der kritisierte Werbespot nie veröffentlicht hätte werden dürfen. "Schon gar nicht jetzt, wo er einen Bezug herstellt, der ekelhaft ist und so nie gedacht war." Das Video sei eine große Dummheit, die er bereue. Er kündigte an, 20.000 Euro an den Verein zu spenden und eine Benefizshow spielen. Der kurze Facebook-Eintrag endet mit: "Tut mir leid, dass ich so dämlich war." 

dpa/no

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