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Bloggerin erfindet Hirntumor – für's Marketing

Klage gegen Australierin Bloggerin erfindet Hirntumor – für's Marketing

In Australien brachte die Bloggerin Belle Gibson ein Kochbuch und eine Smartphone-App auf den Markt und vermarktete die Produkte mit der Geschichte von einer angeblichen Heilung von einem Hirn-Tumor. Jetzt ist sie deshalb verklagt worden.

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In einem Interview mit der Frauenzeitschrift "Australian Women's Weekly" beichtete Belle Gibson, dass sie den Hirntumor tatsächlich erfunden habe.

Quelle: Australian Women's Weekly/Screenshot

Canberra. Das Kochbuch mit dem Titel "The Whole Pantry" (auf deutsch: Die gesamte Speisekammer) enthielt 80 vornehmlich pflanzenbasierte Rezepte. Die Bloggerin Belle Gibson verbreitete, durch diese glutenfreie Kost ohne raffinierten Zucker und dank ayurvedischer Medizin und anderer alternativer Therapieformen sei sie von einem Hirntumor geheilt worden. Auf konventionelle Krebs-Therapien habe sie verzichtet.

Gibson hatte das Kochbuch und außerdem eine Smartphone-Anwendung 2013 auf den Markt gebracht und diese mit der Geschichte von ihrer angeblichen Heilung von einem Hirn-Tumor vermarktet. Das Verlagshaus Penguin stoppte den Verkauf des Kochbuchs 2014, als Zweifel an Gibsons Krebs-Story laut wurden. Im März 2015 wurde öffentlich, dass sie entgegen ihrer Versprechungen 300.000 australische Dollar (196.000 Euro) aus dem Buchverkauf nicht gespendet hatte. Außerdem zweifelten Freunde der Bloggerin die Krebs-Geschichte in den Medien an.

Bloggerin wegen erfundener Krebserkrankung verklagt

Gibson beichtete einen Monat später der Frauenzeitschrift "Australian Women's Weekly", dass sie den Hirntumor tatsächlich erfunden habe. Nach jahrelangen Lügen sei es nun "sehr beängstigend", der Wahrheit ins Auge zu sehen. "Mehr als alles andere möchte ich, dass die Leute sagen 'okay, sie ist nur ein Mensch'", bat Gibson um Verständnis.

Die Verbraucherschutzorganisation Consumer Affairs Victoria hat dieses Verständnis nicht. Sie teilte am Freitag mit, sie habe bei einem Bundesgericht rechtliche Schritte gegen Gibson wegen ihrer falschen und irreführenden Behauptungen eingeleitet. Viele krebskranke Menschen sollen Gibson vertraut haben. Sie wurden allesamt enttäuscht.

dpa/wer

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