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Netzwelt "Bild" sperrt Nutzer von Werbeblockern aus
Nachrichten Medien Netzwelt "Bild" sperrt Nutzer von Werbeblockern aus
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13:19 13.10.2015
Der Axel-Springer-Verlag hält das Geschäftsmodell von Adblocker-Anbietern für rechtswidrig - und hat die Initiative ergriffen. Quelle: dpa/Archiv
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Berlin

"Bild.de" bekommt einen digitalen Türsteher: Nutzer von Werbeblockern können künftig nicht mehr kostenlos auf der Seite surfen. Sie bekommen ab sofort die Wahl, ihren Adblocker für "Bild.de" auszuschalten oder ein monatliches Abonnement abzuschließen, wie der Medienkonzern Axel Springer am Dienstag in Berlin mitteilte.

Wer seinen Adblocker nicht ausschalte oder nicht zahle, könne ab sofort keine Inhalte mehr auf "Bild.de" nutzen. Nutzer, die einen Adblocker eingeschaltet haben, erhalten auf "Bild.de" ab sofort die Aufforderung, das Filterprogramm auszuschalten oder für 2,99 Euro im Monat ein "Bildsmart"-Abonnement abzuschließen.

Kritik in den sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken wird die von "Bild.de" als Anti-Adblocker-Initiative beschriebene Aktion heftig kritisiert.

Meist geht es gegen die angeblich generelle Leserschaft der Bild:

Offensichtlich verärgert das Angebot aber auch bisherige Abonnenten, wie dieser User schreibt:

"Bild"-Verlagsgeschäftsführerin Donata Hopfen verteidigt den Testbetrieb: "Auch im Netz müssen sich journalistische Angebote über die beiden bekannten Erlössäulen, nämlich Werbe- und Vertriebseinnahmen, finanzieren, um weiterhin unabhängigen Journalismus zu bieten", sagt Hopfen. Durch das zunehmende Adblocker-Angebot sei der Werbemarkt als Erlösquelle für Online-Journalismus gefährdet.

Nach Angaben einer Verlagssprecherin nutzen etwa 23 Prozent der "Bild.de"-Leser Adblocker. Der Verlag testet jetzt das Abo, das für knapp drei Euro im Monat nahezu werbefreie Inhalte sowie eine deutlich schnellere Ladezeit bieten soll. "Bild.de" ist der Sprecherin zufolge das erste große Nachrichtenportal in Deutschland, das eine solche Initiative startet.

Aktion könnte Signalwirkung haben

Der Schritt könnte Signalwirkung haben, da Adblocker vielen Verlagen schon länger ein Dorn im Auge sind. Der Axel-Springer-Verlag hält insbesondere das Geschäftsmodell der Kölner Eyeo GmbH ("Adblock Plus") für rechtswidrig. Das Angebot des "Whitelisting", bei dem sich Publisher von der Werbeblockade freikaufen könnten, wird von Springer als "erpresserisches Vorgehen" gewertet. Das Kölner Landgerichts hatte die Klage von Springer jedoch abgewiesen. Gegen das Urteil ist der Konzern in Berufung gegangen.

epd/dpa/zys

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