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Netzwelt Virtueller Türsteher-Test sorgt für Aufsehen
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09:32 02.06.2016
Leerer Blick, knappe Frage - jetzt aber schnell die richtige Antwort - im richtigen Ton... Quelle: screenshot/www.berghaintrainer.com
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Berlin

Zwei Stunden anstehen und dann weggeschickt werden: Das Berghain, Berlins wohl berühmtester Club, ist bekannt für seine harte Türpolitik. Die Auswahl gilt als gnadenlos. Wer nicht den Kriterien entspricht, erntet ein Kopfschütteln und muss wieder gehen.

Zwei Berliner Kommunikationsdesign-Studenten haben sich das Gespräch mit den Türstehern nun zum spielerischen Projekt gemacht. Auf der Seite berghaintrainer.com (derzeit nur via Chrome Browser am Desktop nutzbar) kann die so ungeliebte Türsteher-Situation geübt werden. 

Knappe Fragen, arrogante Blicke

Die interaktive Website simuliert das allwöchentliche Prozedere aus der Ego-Perspektive. Nötig ist: Ein Computer mit Kamera und Mikrofon, dazu muss die Spracherkennung eingerichtet sein. In der Mitte des Bildschirms werden die eigenen Reaktionen "Wut", "Traurigkeit", "Überraschung", "Begeisterung" angezeigt - der Computer reagiert dabei auf die Gesichtsbewegungen.

Und dann geht es los: Aus der Ego-Perspektive nähert sich der potenzielle Berghain-Gänger dem Betonbunker, im Hintergrund wummern Bässe. Sven, der virtuelle Türsteher der mit Vornamen so heißt, wie der berühmteste Berghain-Türsteher, fragt mit arrogantem und todernstem Blick: "Wie alt bist du? Bist du hier richtig? Wer spielt heute?". Sind alle Fragen beantwortet, dreht er den Kopf zur Seite und presst ein: "Heute nicht." heraus.

Entwickelt wurde die Seite von Vinzenz Aubry und Fabian Burghardt. "Wir wollten eine Seite programmieren, auf der man mit Sprache und Video navigiert, etwas Neues ausprobieren und unsere Portfolios um ein schönes Projekt erweitern", erklärt Burghardt.

500.000 Nutzer in fünf Tagen

Das Konzept sorgt für Aufsehen: In nur fünf Tagen hat die Seite nach Angaben der Entwickler eine halbe Million Besucher erreicht. Dazu berichten viele Medien, auch internationale, über das virtuelle Duell mit dem vielleicht härtesten Türsteher der Welt.

Wie nah an der Realität der Berghaintrainer ist, zeigen Reaktion auf Twitter. Dort scheint der Frust-Faktor ziemlich ausgeprägt. "Der BerghainTrainer zeigt, dass es unmöglich ist, in den Club in Berlin zu kommen", schreibt ein Nutzer.

Die Entwickler halten dagegen. Unmöglich sei der Besuch ins virtuelle Berghain nicht. "Es ist sehr schwierig, aber es geht", sagt Burghardt. Aber: "Diesen Mythos der harten Tür wollten wir natürlich auch aufrecht erhalten." Wobei - als echtes Training darf man die Seite nicht verstehen. Das betonen auch die Entwickler. Aus gutem Grund - denn es gab bereits Beschwerden von Nutzern, die es nur virtuell ins Berghain schafften...

dpa/RND/zys

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