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Netzwelt „Daddeln“ ist nicht alles
Nachrichten Medien Netzwelt „Daddeln“ ist nicht alles
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16:53 18.09.2013
Die Schülerinnen Melissa (v.l.) und Freda (beide 14 Jahre) spielen beim Computer-Festival play13 das Spiel „Sims 3“. Quelle: dpa
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Hamburg

Die Verbindung von Realität und digitaler Fiktion kann buchstäblich ein Balanceakt sein. Diese Erfahrung macht auch Klaus Lutz aus Nürnberg bei dem 6. Festival für kreatives Computerspielen play13 in Hamburg. In einem Ausstellungsraum bewegt sich Lutz am Mittwoch vorsichtig mit den Füßen auf den Reifen eines Geräts voran, das mit einem Computer und einer Leinwand verbunden ist. Der Benutzer muss auf wackeligem Grund mit kleinen Schritten und einer 3D-Brille durch einen virtuellen Wald tapsen. Noch bis Freitag soll so in verschiedenen Workshops, Ausstellungen oder experimentellen Spielen der Blick auf Computerspiele geschärft werden.

„Es geht um einen Bruch zwischen digitaler und analoger Welt“, erklärt Christoph Kahlcke, der einen Workshop leitet, in dem die Teilnehmer Objekte aus einem Computerspiel nachbasteln. Stolz setzt sich neben ihm ein Junge einen Papp-Würfel mit grünen Pixelquadraten und Gucklöchern auf den Kopf. Später will er damit in einer Einkaufspassage posieren - und so die Realität mit der Computerwelt konfrontieren.

Creative Gaming fordere die Teilnehmer dazu auf, die Sichtweise auf Computerspiele zu wechseln und kreativ zu werden, sagt Mitorganisator Andreas Hedrich. Diese Art der Rebellion gegen klassische Spielregeln findet in Hamburg auch direkt vor dem Bildschirm statt. So versuchen sich Freda Agyemang und Melissa Rahimi an einem Laptop als Regisseure: Mit Figuren, Gegenständen und Kulissen aus der PC-Simulation „Die Sims“ sollen die 14-jährigen Mädchen ihren eigenen Spielfilm drehen.

„Dieb kommt, Opa fällt in Ohnmacht“, beschreibt Freda den Plot und klickt auf das künftige Opfer - den grauhaarigen Großvater aus dem digitalen Puppenhaus. Noch hapert es aber bei der Aufnahme-Funktion. Und auch der Überfall des Diebes lässt im Computerspiel auf sich warten.

„Ob mir das was bringt, weiß ich auch nicht. Aber es bockt“, gesteht Freda. Auch anderen Schülern fällt teilweise der pädagogische Sinn mancher Festival-Punkte nicht sofort ins Auge. Mal sollen die Gamer in einem Container allein durch die Lautstärke ihrer Schreie einen Turm auf einer Leinwand stapeln. Woanders müssen sie einen Rollator, an dem ein Bildschirm und ein Staubsauger hängen, durch ein Zimmer mit Hilfe von Pfeiltasten navigieren.

„Ich habe hier etwas Lustiges erwartet, aber es ist langweilig“, bedauert ein 14-jähriger Schüler aus Hamburg, der mit seiner Klasse gekommen ist. In seiner Gruppe standen Trockenübungen von Ninja-Posen an. „Wir fanden das ein bisschen albern.“

dpa

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