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EU-Kommission will Quote für Netflix und Co.

20 Prozent europäische Produktionen EU-Kommission will Quote für Netflix und Co.

Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime sollen künftig mindestens 20 Prozent europäische Filme und Fernsehserien zeigen. Das fordert die EU-Kommission.

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Serien wie "Marseille" mit Benoit Magimel (r.) and Gerard Depardieu soll es öfter geben: Streamingdienste wie Netflix sollen 20 Prozent europäische Produktionen zeigen.

Quelle: Guillaume Horcajuelo/EPA

Brüssel. Die EU-Kommission will Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime dazu verpflichten, mindestens 20 Prozent europäische Filmproduktionen in ihrem Angebot bereitzustellen. Außerdem sollen einzelne EU-Länder die Unternehmen dazu verpflichten können, sich finanziell an der Produktion von europäischen Filmen zu beteiligen, schlug die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vor. Die Pläne waren in den vergangenen Tagen bereits bekannt geworden.

Qualität geht auch ohne Quote

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Eine Gefahr, dass die Anbieter verstärkt unattraktive europäische Produktionen anbieten könnten, um die Quote zu erfüllen, sieht EU-Digitalkommissar Günther Oettinger nicht. "Wir halten 20 Prozent für sehr maßvoll", sagte er. Große Anbieter hielten die Vorgabe im EU-Schnitt bereits ein.

Nach Angaben der EU-Kommission bestand schon 2015 das Netflix-Angebot in der EU aus 21 Prozent europäischer Filme. Das Unternehmen selbst betonte, dass es bereits Hunderte Millionen Euro in europäische Produktionen investiere. "Wir begrüßen das Ziel der Kommission, die Produktion in Europa aufblühen zu lassen, die vorgeschlagenen Maßnahmen werden das allerdings nicht erreichen", teilte Netflix mit.

Diese Serien produzieren Netflix und Amazon

Das Unternehmen hat bereits mehrere europäische Serien gedreht oder in Auftrag gegeben. Mit "Marseille" startete am 5. Mai die erste französische Produktion, mit Gérard Depardieu als skrupellosem Bürgermeister. Die erste britische Eigenserie "The Crown" erzählt im November die frühe Geschichte von Königin Elizabeth II. Und 2017 hat die erste deutsche Netflix-Serie "Dark" Premiere, eine düstere Story um vier Kleinstadtfamilien.

Amazon wiederum hat Matthias Schweighöfer für die erste eigene TV-Serie aus Deutschland verpflichtet. In "Wanted" spielt Schweighöfer einen Mann, dessen Leben durch einen Hackerangriff auf den Kopf gestellt wird. Der Schauspieler wird auch Regie führen und dem Projekt als Produzent seinen Stempel aufdrücken. Zunächst seien sechs einstündige Folgen geplant, sagte der 34-Jährige. Die Serie soll Anfang 2017 ausgestrahlt werden.

Das plant die EU-Kommission außerdem

Die EU-Kommission will im Fernsehen auch mehr Werbung über das sogenannte Productplacement und gesponserte Inhalte erlauben. Mehr Raum für klassische Werbeblocks ist nicht vorgesehen.

Die Überwachungsbehörden für die audiovisuellen Medien, zu denen die EU-Kommission jetzt ausdrücklich auch die Online-Anbieter zählt, soll völlig unabhängig von Regierungen oder Industrie sein. Online-Plattformen wie YouTube oder Dailymotion, auf denen vor allem Videos zu sehen sind, sollen demnach mehr für den Kinder- und Jugendschutz tun.

dp/RND

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