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Snowden: "Ich hätte früher handeln sollen"

US-Whistleblower im Interview Snowden: "Ich hätte früher handeln sollen"

US-Whistleblower Edward Snowden bedauert, nicht schon früher Informationen über die Vorgehensweisen von Geheimdiensten veröffentlicht zu haben. "Ich bereue, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, denn je länger man solche Programme gewähren lässt, desto tiefer graben sie sich ein."

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Edward Snowden bereut, sich nicht eher gemeldet zu haben.

Quelle: dpa

Moskau/Hannover. In einem Interview mit dem britischen Sender BBC in Moskau sagte der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, er würde für eine Rückkehr in seine Heimat auch eine Haftstrafe in Kauf nehmen. Er habe den US-Behörden mehrfach angeboten, ins Gefängnis zu gehen, habe aber bisher kein Angebot von der Staatsanwaltschaft über eine Strafminderung erhalten, sollte er sich tatsächlich stellen, sagte Snowden. "Bisher haben sie gesagt, sie würden mich nicht foltern, was schon mal ein Anfang ist, denke ich. Aber viel weiter sind wir noch nicht gekommen", sagte er weiter. Der frührere Geheimdienstmitarbeiter Snowden war nach seine Enthüllungen über die Abhörtaktiken des Spionagedienstes NSA vor zwei Jahren nach Moskau geflohen, wo er Asyl bekam. Bei einer Rückkehr in die USA drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft.

In dem Interview sprach Snowden auch über nach "Schlümpfen" (Englisch: Smurfs) benannte Programme, mit denen der britische Geheimdienst GCHQ Smartphones ohne Wissen der Besitzer an- und ausschalten sowie über das Mikrofon mithören könne. Ein Programm erlaube es außerdem, Aufenthaltsort und Bewegungen eines Menschen über sein Handy genau zu bestimmen (s. unten). "Sie wollen dein Handy besitzen anstelle von dir", so Snowden.

Der Hauptsitz des Government Communications Headquarters (GCHQ) mit Sitz in Cheltenham.

Der Hauptsitz des Government Communications Headquarters (GCHQ) mit Sitz in Cheltenham. 

Quelle: dpa

Erst Ende September hatte sich Snowden erstmals auf Twitter zu Wort gemeldet. Dabei war selbst dem weltberühmten Whistleblower und Computer-Spezialist in den Weiten des Internets ein Fauxpas passiert. Er hatte vergessen, die Einstellungen seines Kontos zu überprüfen und Benachrichtigungen auszuschalten. So wurde ihm für jede erhaltene Privatnachricht, Retweet oder neuem Follower eine Mail geschickt. Bei mehr als 1,2 Millionen Menschen, die ihm sogleich auf Twitter folgten, waren das also allein dafür 1,2 Millionen Mails. Mit dem Hashtag "Lektion gelernt" setzte er seine Anhänger über diesen Umstand in Kenntnis.

Snowden selbst folgt via Twitter übrigens nur einem anderen Account - dem der NSA.

dpa/so

Das sind die GCHQ-Smurfs

Dreamy Smurf: Diese Technik kann das Handy eines Nutzers an- und ausschalten - ohne Wissen des Nutzers.

Nosey Smurf: Kann alles mithören, was in der Umgebung des Handy-Besitzers gesprochen wird - selbst wenn das Handy ausgeschaltet ist.

Tracker Smurf: Das Ortungs-Werkzeug folgt dem Nutzer auf Schritt und Tritt und weiß immer den präzisen Aufenthaltsort.

Paranoid Smurf: Diese Technik verwischt die Spuren der anderen Smurfs - sodass auch ein ausgewiesener Experte diese nicht mehr entdeckt. so

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