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FBI nimmt mutmaßliche Hacker fest

Nach Attacken FBI nimmt mutmaßliche Hacker fest

Sieben Monate nach den Hacker-Attacken auf Visa, Mastercard und PayPal haben FBI-Ermittler mutmaßliche Täter ausfindig gemacht. Bei Razzien in den USA, Großbritannien und den Niederlanden wurden mehrere Mitglieder der Hackergruppe Anonymus festgenommen. Die Gruppe droht nun mit neuen Aktionen.

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Die Bundespolizei FBI nahm nach eigenen Angaben 16 mutmaßliche Mitglieder der Hackergruppe Anonymous fest.

Quelle: dpa

San Francisco. Internationaler Schlag gegen die Web-Rebellen der Hackergruppe Anonymous: In den USA, Großbritannien und den Niederlanden sind 21 Personen festgenommen worden, denen unter anderem die Beteiligung an Attacken auf Webseiten führender Kreditunternehmen vorgeworfen wird, wie das US-Justizministerium und die Bundespolizei FBI mitteilten. Die Hacker protestierten mit ihren Denial-of-Service-Angriffen (DDoS) im Dezember 2010 dagegen, dass Visa, Mastercard und Paypal Konten der Enthüllungsplattform WikiLeaks eingefroren hatten.

"Die Angeklagten werden mehrerer Fälle der Verschwörung und der vorsätzlichen Beschädigung geschützter Computer beschuldigt", teilte das FBI am Dienstag (Ortszeit) mit. Darauf stehen bei einem Schuldspruch Haftstrafen von jeweils fünf bis zehn Jahren und Geldstrafen von jeweils 250.000 Dollar (176.000 Euro). Die Behörde nannte die Namen der vor einem Gericht in San Jose angeklagten Personen im Alter von 20 bis 42 Jahren sowie der Beschuldigten in weiteren Verfahren in Orlando und New Jersey.

Bei der Anklage in San Jose geht es um Angriffe auf den Internet-Zahlungsdienstleister PayPal vom 6. bis 10. Dezember vergangenen Jahres. Dabei wurde offenbar die Software namens LOIC (Low Orbit Ion Cannon) verwendet, mit der Internet-Nutzer ihre Rechner freiwillig zu einem Botnetz zusammenschließen können. Ein solcher Verbund von Computern überflutet die Angriffsziele mit sinnlosen Datenanfragen, so dass der attackierte Webserver zusammenbricht und die Webseite nicht mehr angezeigt werden kann.

Das Verfahren in New Jersey richtet sich gegen einen 21-Jährigen, der einen Zugang zu Computern des Telekommunikationskonzerns AT&T hatte und dort tausende Dokumente heruntergeladen haben soll. Diese Dokumente seien am 25. Juni von der mit Anonymous verbundenen Hackergruppe LulzSec im Internet veröffentlicht worden. Die Ermittler durchsuchten nach FBI-Angaben mehr als 72 Orte in neun US-Staaten sowie im Hauptstadtbezirk Washington.

Hackergruppe kündigt weitere Aktionen an

In den Niederlanden wurden vier Personen zwischen 17 und 35 Jahren, in Großbritannien ein Verdächtiger festgenommen. Das FBI habe seinen Einsatz mit den Polizeibehörden in Großbritannien und den Niederlanden abgestimmt. Bei der Bundeskriminalpolizei in Wiesbaden hieß es ergänzend, dass das BKA in diesem Fall ebenfalls mit den FBI-Ermittlern in Kontakt gewesen sei.

Nach der Razzia kündigten Personen aus dem Umkreis von Anonymous an, ihre Aktionen weiter fortzusetzen. "Erwartet uns. Wir werden weiter voranschreiten!" schrieb ein Aktivist mit dem Pseudonym Sabu im Kurzmitteilungsdienst Twitter. In einem offenen Chat-Room von Anonymous meinte ein Teilnehmer: "Jetzt ist nicht die Zeit für Scherze. Jetzt ist die Zeit zum Handeln."

Die 2008 erstmals aufgetretene Gruppe Anonymous hatte Ende 2010 mit der "Operation Payback" zur Unterstützung von WikiLeaks erstmals die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf sich gezogen. In diesem Jahr folgte teilweise in Verbindung mit der Hackergruppe LulzSec die "Operation AntiSec", die sich unter anderem gegen Sicherheitsbehörden in den USA und Großbritannien richtete.

dpa

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