Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Facebook bekommt die "Verschlossene Auster"

Negativpreis wegen Umgang mit Hasskommentaren Facebook bekommt die "Verschlossene Auster"

Facebook unternimmt nach Ansicht der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche zu wenig gegen Hasskommentare. Kontrolle von Meinungen widerspreche dem Geschäftsmodell. Mit dem Negativpreis "Verschlossene Auster" wird das US-Unternehmen nun angeprangert.

Voriger Artikel
Dieser Kommentar kostete einen Koch den Job
Nächster Artikel
"Pokémon Go" für Überfälle missbraucht

Wegen Umgang mit Hasskommentaren: Facebook bekommt Negativpreis "Verschlossene Auster" verliehen.

Quelle: dpa

Hamburg . Der Negativpreis "Verschlossene Auster" der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche geht in diesem Jahr an Facebook. Die Vereinigung kritisierte damit den nach ihrer Ansicht intransparenten Umgang des US-Unternehmens mit Hasskommentaren. "Dass Menschen Facebook für solche Botschaften missbrauchen, liegt nicht in der Verantwortung des Unternehmens. Wie die Firma dagegen vorgeht, allerdings schon", hieß es am Samstag auf der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche in Hamburg.

So geht HAZ mit Hasskommentaren um

Die HAZ hat in den vergangenen Monaten fünf sogenannte Hasskommentare bei der Polizei angezeigt – eine Hannoveranerin hat daraufhin bereits einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung erhalten und muss eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro zahlen.

Es sei nicht erkennbar, ob und nach welchen Kriterien Facebook solche Kommentare lösche. Nachforschungen von Journalisten gingen ins Leere. Facebook nahm die "Verschlossene Auster" nicht an und widersprach der Kritik nach Angaben von Netzwerk Recherche in einigen Punkten. Seit Herbst 2015 habe die Firma "eine Vielzahl an Maßnahmen im Kampf gegen Hasskommentare und Hetze ergriffen", teilte Facebook-Sprecherin Tina Kulow mit. Auch die HAZ hat erst in der letzten Woche schlechte Erfahrungen mit diesem Thema gemacht.

Der frühere Landesdatenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, warf dem Unternehmen in seiner "Laudatio" vor, es denke nicht daran, Transparenz herzustellen. Denn das Geschäftsmodell von Facebook basiere darauf, "dass unkontrolliert Meinungen verbreitetet werden". Dabei würden Daten gesammelt und kommerziell verwertet.

Facebook nun in einer Reihe mit FIFA und Heckler & Koch

"Transparenz und Kontrolle wären für dieses Geschäftsmodell Gift." Mit der "Verschlossenen Auster" bedacht wurden in Vorjahren schon das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch, der ADAC, der Weltfußballverband FIFA, die katholische Kirche und Russlands Präsident Wladimir Putin. Am Freitag hatte das Netzwerk den Chefredakteur der türkischen Tageszeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, mit dem "Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen" gewürdigt. Der Journalist wurde wegen eines Berichts seiner Zeitung über Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Hetze im Internet
Foto: Die Polizei ist erstmals mit einer bundesweiten Razzia gegen die Verbreitung von Hassparolen im Internet vorgegangen.

Noch immer kommen viele Verfasser von Hasspostings ungestraft davon – das will das Bundeskriminalamt jetzt ändern. Bei einer bundesweiten Razzia durchsuchte die Polizei zahlreiche Wohnungen.

mehr
Mehr aus Netzwelt
HAZ-Volontäre gewinnen Medienpreis der Architektenkammer

Mit ihrer multimedialen Berichterstattung über die Wasserstadt Limmer haben die Volontäre der HAZ beim Medienpreis der Bundesarchitektenkammer den ersten Platz belegt.

Datenschutz im Netz: Diese Begriffe sollten Sie kennen