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Netzwelt Frauke Petry wettert gegen Social-Media-Trauer
Nachrichten Medien Netzwelt Frauke Petry wettert gegen Social-Media-Trauer
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11:51 23.03.2016
Für Frauke Petry ist Social-Media-Trauer "Heuchelei". Quelle: dpa
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Hannover

Die Anschläge von Brüssel haben die Welt schockiert. Es wird getrauert, Politiker äußern ihr Beileid und auch im Netz solidarisieren sich Menschen mit den Opfern. Profilbilder werden durch die belgische Fahne ersetzt, unter den Hashtags #JeSuisBrussels oder #PrayforBrussels wird nach Antworten gesucht und Mitleid geteilt. Schon vier Monate zuvor, nach den Anschlägen von Paris, solidarisierte sich so das Web.

Frauke Petry empfiehlt #IchbinWelt

Während ein Großteil der Welt trauert, kann die AfD-Vorsitzende Frauke Petry offensichtlich wenig mit der Anteilnahme im Netz anfangen. "Jetzt werden Sie nämlich wieder irgendetwas sein. Sie waren Charlie, sie waren Paris und jetzt sind alle Brüssel oder gar Belgien", schreibt Petry in einem am Dienstag auf Facebook veröffentlichten Beitrag. "Nun werden alle so damit beschäftigt sein, gegen rechte Hetzer aufzustehen und zu demonstrieren, dass sie dabei vergessen, etwas dagegen zu tun! Dann heißt es vielleicht bald: Ich bin Berlin, Rom, Malmö und Rotterdam!"

+++ Terror in Brüssel +++ Es geht um unsere Identität als freiheitlich aufgeklärte Europäer! Wir sind fest...

Gepostet von Dr. Frauke Petry am Dienstag, 22. März 2016

Doch damit nicht genug. Frauke Petry wirft den Trauernden vor, die Social Media-Anteilnahme wäre Heuchelei: "Damit Sie Ihre nutzlosen Bilder nicht immer austauschen müssen, ein kleiner Tip: #IchbinWelt. Das passt immer und vor allem immer öfter, ihr Heuchler." Auch ihre politische Botschaft findet in dem Post Platz: "Der Traum vom bunten Europa ist kaputt, weggebombt zum wiederholten Mal! Akzeptiert es endlich! Zeit für Veränderungen!"

Facebook-Post polarisiert

Wie mit so vielen ihrer Aussagen, polarisiert Petry auch mit ihrer Social-Media-Schelte. Innerhalb weniger Stunden wurde der Eintrag mehr als 1400 mal kommentiert und über 4500 mal geteilt.

"Den Tod zahlreicher Menschen für ihre eigenen Zwecke zu nutzen indem sie uns immer wieder die selben Märchen auftischen: Schämen sie sich Frau Petry! Ich hoffe ihr Hass fliegt ihnen eines Tages wie ein Bumerang um die Ohren", kommentiert ein Facebook-Nutzer.

"Diese Frau nimmt diesen traurigen Tag zum Anlass ihre allseits bekannten Hetzparolen abzusondern. Frau Petry, Sie sollten sich abgrundtief schämen!" schreibt ein anderer.

"Frau Petry sie heucheln selbst, wenn Sie Respekt vor den Opfern hätten, hätten Sie die Trauer um die Opfer ihrem Beitrag vorangestellt, und nicht in einem letzten Pflichtsatz hinterlassen. Sie springen auf einen fahrenden Zug auf, und hoffen von Anschlag zu Anschlag einen Waggon weiter nach vorn zu kommen." meint ein anderer Facebook-Nutzer.

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Nach den Terroranschlägen von Brüssel ist das Entsetzen in der belgischen Metropole groß. Viele Menschen drücken ihre Trauer mit Kreide aus - und hinterlassen Botschaften auf dem Asphalt eines zentralen Platzes in Brüssel.

Es war nicht der einzige Post eines AfD-Politikers, der nach den Anschlägen von Brüssel für Aufsehen sorgte: Beatrix von Storch schickte "viele Grüße" aus Brüssel. Ihre kühle Art, mit dem Terror umzugehen, empörte die Nutzer.

Mit diesen Bildern trauert das Netz um die Opfer:

Frankreich und Belgien trauern gemeinsam.

Die Pommes werden zum Symbol der Freiheit.

Manneken Pis pinkelt auf eine Waffe.

Auch Tim und Struppi trauern.

mat

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