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Netzwelt Galaxy S10 im Test: Samsungs Unabhängigkeitserklärung
Nachrichten Medien Netzwelt Galaxy S10 im Test: Samsungs Unabhängigkeitserklärung
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09:30 13.03.2019
Die neue Flaggschiff-Familie: Das S10e mit 5,8 Zoll, das S10 mit 6,1 Zoll und das S10+ mit 6,4 Zoll (von links nach rechts). Quelle: Robert Günther/dpa
Berlin

Die Galaxy-S-Serie nahm schon immer einen besonderen Platz in der Modellpalette von Samsung ein. Die ersten Geräte waren einst Samsungs Antwort auf das iPhone – was sie damals auch ins Fadenkreuz von Apples Patentklagen brachte. Inzwischen gibt es längst keine Verwechslungsgefahr mehr: Die S-Serie hat über die Generationen ein markantes eigenes Aussehen gewonnen. Dazu gehören gebogene Bildschirmränder, die in die Seitenkanten hineinreichen.

Gefährliche Rivalen für Samsung sind inzwischen die chinesischen Anbieter wie Huawei, Vivo, OnePlus oder Xiaomi. Sie laufen alle genauso wie Samsungs Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android, was die Hürde für einen Umstieg der Nutzer niedrig hält.

Die Galaxy S10-Familie soll keine Wünsche offen lassen

Das Galaxy S10 ist ein Smartphone, das keine Wünsche offen lassen soll. Eine ganze Familie von Telefonen genauer gesagt: Denn neben dem S10 mit einer Bildschirmdiagonale von 6,1 Zoll (wie beim iPhone XR) gibt es auch die größere Version S10+ mit 6,4 Zoll und das technisch abgespeckte S10e. Das ist mit einer Diagonale von 5,8 Zoll kleiner und hat kein Teleobjektiv.

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Bei allen S10-Versionen gibt es modernste Smartphone-Ausstattung: Das neue Bluetooth 5.0 und das auch als WiFi 6 bekannte zukunftssichere „ax“-WLAN. Dazu gibt es ein superschnelles LTE. Zusätzliche Samsung-Geräte wie die neuen Ohrhörer oder die Computer-Uhr kann man durch Auflegen auf den Smartphone-Rücken aufladen – das Telefon nutzen kann man in dieser Zeit allerdings nicht.

Samsung setzt weiter auf den Fingerabdruck-Scanner

Das Technologieblog „The Verge“ hat das S10 angesichts seiner Funktionsfülle zum „Anti-iPhone“ erklärt. Da, wo Apple das Risiko einging, treue Nutzer im Namen des Neuen vor den Kopf zu stoßen, geht Samsung auf Nummer sicher. Die im iPhone abgeschaffte klassische Kopfhörer-Buchse? Beim S10 immer noch da. Der bei Apple seit dem iPhone X durch Gesichtserkennung ersetzte Fingerabdruck-Scanner? Der ist bei Samsungs S10 und S10+ nun direkt in den Bildschirm eingelassen – und beim 10e in den Aus-Knopf auf der Seitenkante.

Das Samsung S10+ (rechts im Bild) sowie das S10 bieten einen Fingerabdruck-Scanner direkt im Bildschirm – der reagiert im Praxistest allerdings etwas langsamer als zum Beispiel der Scanner im OnePlus 6T (links im Bild). Quelle: Robert Günther/dpa

Fingerabdruck-Scanner direkt im Bildschirm gibt es erst seit dem vergangenen Jahr und nur von wenigen Anbietern. Samsung betont besonders, dass das S10 einen neuartigen Ultraschall-Sensor hat, der besser sei als die optischen Varianten der Konkurrenz. Allerdings greift der Samsung-Sensor im Praxis-Test etwas langsamer als zum Beispiel der Scanner im OnePlus 6T.

Dazu muss man sagen, dass das S10 einen Fingerabdruck-Sensor zur sicheren biometrischen Identifikation auch dringend nötig hat. Denn im Gegensatz zu Apples FaceID lässt sich die Gesichtserkennung der neuen Galaxy-Modelle nach wie vor durch Fotos oder Videos austricksen.

Eine spezielle Kameraeinstellung, um Essen zu fotografieren

Zu den weiteren Neuerungen gehört ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv an der Rückseite. Mit einem Blickwinkel von 123 Grad soll es helfen, auch große Gebäude oder Plätze sowie Menschgruppen aus der Nähe zu erfassen. Die Linse ist bei Bedarf sehr effizient – aber mit Vorsicht anzuwenden, da sie die Kanten der Objekte nach innen kippen lässt. Die Modelle S10 und S10+ haben damit drei Kameras, das S10e zwei.

Samsung bietet beim S10 die Funktion „Bixby Vision“ zum Erkennen von Objekten vor der Kamera – sie ähnelt Googles „Lens“, ist aber treffsicherer. Quelle: Robert Günther/dpa

Bei der Kamera hat sich Samsung bemüht, keine Funktionen auszulassen. Man kann Bildeffekte noch bei der Aufnahme in Echtzeit anwenden – wie zum Beispiel nur den Bildmittelpunkt in Farbe hervorheben, während der Rest schwarz-weiß ist. Es gibt einen Pro-Modus für manuelle Einstellungen und einen speziellen für Essen – Instagram-Influencer dürften sich freuen. Hinzu kommen Modi für Superzeitlupe, Zeitraffer, Bildstabilisierung.

Apps von Samsung und Google

Auf dem S10 existieren zwei App-Welten nebeneinander – die von Samsung und die von Google. Samsungs Webbrowser und Chrome, Samsungs E-Mail-Client und GMail, für Apps den Galaxy Store und den Play Store von Google. Sie sind nicht unbedingt gleichwertig: So kann man zum Beispiel die Bild-Effekte in Samsungs eigener Fotogalerie noch einmal ändern – in Google Fotos sind sie hingegen eingefroren.

Die Preise setzt Samsung entsprechend der Wertigkeit, der Hardware und dem Funktionsumfang an. Das S10 mit 128 Gigabyte (GB) Speicher kostet 899 Euro und die Variante mit 512 GB 1149 Euro. Das S10+ gibt es in Deutschland mit einer Rückseite aus Keramik-Verbundstoff. Mit 1 Terabyte (TB) Speicher kostet das Gerät 1599 Euro, mit 512 GB sinkt der Preis auf 1249 Euro. Beim S10e gibt es für 749 Euro 128 GB Speicher. Um die hochgepowerten Telefone am Laufen zu halten, besitzen sie starke Batterien: 4100 Milliamperestunden (mAh) beim S10+, 3400 mAh beim S10 und 3100 mAh beim S10e.

Von RND/dpa

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