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Gericht erlaubt keine Kündigung per WhatsApp

Mitarbeiterin erhält Entschädigung Gericht erlaubt keine Kündigung per WhatsApp

Dass sich Menschen per SMS trennen, ist nicht mehr ungewöhnlich. Dass ihnen per WhatsApp-Nachricht gekündigt wird, dagegen schon. In Österreich ließ sich eine Angestellte das aber nicht gefallen. Sie bekam auch Recht – jedoch erst vor dem Obersten Gerichtshof.

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In Österreich darf ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter nicht per WhatsApp-Nachricht kündigen.

Quelle: Franziska Gabbert/dpa

Wien. In Österreich wollte sich eine Zahnärztin von einer Mitarbeiteirn trennen. Also schrieb sie eine Kündigung und setzte ihren Stempel sowie ihre Unterschrift darunter. Aber es war schon Ende Oktober. Die Kündigung würde die Mitarbeiterin erst im November erreichen. Deshalb fotografierte die Zahnärztin das Schreiben und schickte das Bild der Mitarbeiterin – sie kündigte ihr also per WhatsApp-Nachricht.

Dagegen klagte die Angestellte. Die WhatsApp-Nachricht habe nicht die Anforderung der Schriftlichkeit erfüllt. Das Schreiben sei ihr aber erst am 4. November 2014 zugegangen. Die Kündigungsfrist habe deshalb erst im Dezember begonnen, sodass ihr eine Kündigungsentschädigungbis Ende Januar 2015 zustehe.

In erster Instanz bekam die Mitarbeiterin Recht. Vor dem Berufungsgericht gewann dagegen die Arbeitgeberin. Der Oberste Gerichtshof entschied den Fall schließlich zugunsten der Angestellten. Gerade eine Kündigung müsse schriftlich erfolgen, damit der Empfänger ein Dokument in den Händen halte, das er überprüfen können, erklärten die Richter. "Zudem besitzt die Schriftform einer Kündigung eine wichtige Beweisfunktion." Eine WhatsApp-Nachricht erfülle dagegen diese Anforderung schon deshalb nicht, weil der Empfänger sie "ohne weitere Ausstattung und technisches Wissen nicht ausdrucken kann".

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