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Google stellt Lautsprecher vor, der zuhört

Sprachassistent für den Alltag Google stellt Lautsprecher vor, der zuhört

Wenn es nach Google geht, müssen wir Suchanfragen bald nicht mehr eintippen. Stattdessen unterhalten wir uns mit einem Lautsprecher des Konzerns, in dem ein digitaler Sprachassistent unsere Fragen beantwortet.

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Digitaler Sprachassistent für den Alltag: Google-Manager Mario Queiroz präsentiert den Lautsprecher "Google Home".

Quelle: Getty Images/AFP

Mountain View. Google setzt massiv auf Spracherkennung, um sich tiefer im Alltag zu verankern. Der Internet-Konzern stellte am Mittwoch einen vernetzten Lautsprecher mit einem integrierten Sprachassistenten vor. Das Gerät mit dem Namen Google Home kann nicht nur auf Sprachbefehl Musik abspielen, sondern auch auf die Google-Suche zugreifen sowie Aufgaben in verbundenen Geräten und Diensten erfüllen.

Man kann zum Beispiel ein Taxi bestellen oder alle möglichen Fragen stellen. Dafür muss das Gerät ständig zuhören, um die Befehle nicht zu verpassen. Mit dem Lautsprecher konkurriert Google direkt mit einem ähnlichen Konzept von Amazon.

Googles Seitenhieb auf Apple und Amazon

Auch insgesamt will Google seine Nutzer verstärkt über den neuen Sprachassistenten erreichen. Mit dem "Google Assistant" solle man sich einfach unterhalten können, erklärte Konzernchef Sundar Pichai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View. Damit wolle Google nützlicher werden. "Wir haben ein Jahrzehnt investiert, um die weltbeste Spracherkennungs-Technologie zu entwickeln", sagte Pichai. Das war ein Seitenhieb gegen Konkurrenz wie Apples persönliche Assistentin Siri, Microsofts Cortana oder Amazons Technologie Alexa.

Aktuell komme bereits die Hälfte der Google-Suchanfragen von mobilen Geräten und ein Fünftel werde per Spracheingabe gestellt, sagte Pichai. Wenn sich die Google-Suche verstärkt von der klassischen Web-Anfrage stärker auf gesprochene Fragen verlagert, könnte das auch Folgen für die Wettbewerbsermittlungen etwa in der EU haben.

Neuer Messenger konkurriert mit Facebook

Als weitere Neuheit zeigte Google den Messenger Allo, der mit ähnlichen Diensten vor allem von Facebook konkurrieren wird. Auch hier steht die Spracheingabe im Vordergrund. Außerdem kann der Kurzmitteilungsdienst mit Hilfe künstlicher Intelligenz passende Antworten oder eine Auswahl von Restaurants oder Filmen vorschlagen. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll für den Datenschutz sorgen. Neu ist auch die App "Duo" für Videoanrufe, die im Sommer für Android- und Apple-Geräte eingeführt werden soll.

Zu den Partnerdiensten für den neuen Lautsprecher gehören bereits MyTaxi, der Fahrdienst-Vermittler Uber, der Facebook-Kurzmitteilungsdienst WhatsApp und Musikdienste wie Spotify. Lautsprecher in verschiedenen Räumen können miteinander verbunden werden und zusammenarbeiten. Google will auch die Möglichkeit bieten, das Design nach dem Geschmack der Nutzer anzupassen. Die Ankündigungen trafen auf begeisterten Applaus der Konferenz-Teilnehmer.

Google verlegte die Konferenz in diesem Jahr aus San Francisco in ein Freiluft-Amphitheater direkt neben dem Hauptquartier des Konzerns in Mountain View. Dort traten unter anderem schon The Who und Metallica auf. Dadurch konnten diesmal rund 7000 Teilnehmer zu der Konferenz kommen, sagte Pichai. Bei der jährlichen Veranstaltung kündigt Google traditionell die wichtigsten neuen Produkte und Dienste an. In wenigen Wochen ist Konkurrent Apple mit seiner Konferenz WWDC an der Reihe.

Android-Smartwatches bekommen Tastatur

Google wird Nutzer von Computer-Uhren mit seinem Betriebssystem künftig auch Text mit Hilfe einer kleinen Tastatur und Schrifterkennung eingeben lassen. Das gehöre zu den neuen Funktionen der neuen Software-Version Android Wear 2.0, sagte der zuständige Google-Manager David Singleton am Mittwoch. Außerdem sollen alle Apps künftig direkt auf den Uhren laufen und damit grundsätzlich auch ohne eine Verbindung zum Smartphone auskommen können, erklärte er auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View.

Android Wear als Plattform für Smartwatches und andere tragbare Geräte verschiedener Hersteller war vor rund zwei Jahren vorgestellt worden. Die im vergangenen Jahr gestartete Computer-Uhr von Apple hatte dann aber aus dem Stand die Marktführung übernommen.

Google startet Plattform für virtuelle Realität

Google will stärker im anziehenden Geschäft mit virtueller Realität mitmischen. Der Internet-Konzern präsentierte am Mittwoch die eigene Plattform "Daydream" (Tagtraum) für Inhalte, mit denen man in virtuelle Welten eintauchen kann. Der Schritt soll dafür sorgen, dass auf Geräten mit dem Google-System Android von verschiedenen Herstellern eine gleich hohe Qualität gewährleistet ist. Führende Smartphone-Hersteller seien bereits an Bord, sagte der zuständige Google-Manager Clay Bavor auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View.

Als Inhalte-Partner sind unter anderem Medienunternehmen dabei. Auch die hauseigene Videoplattform kommt zum Einsatz: "Wir haben YouTube von Grund auf neu für virtuelle Realität umgebaut", sagte Bavor. Eine neue Brille für die Anzeige von VR-Inhalten, über die vor der Konferenz spekuliert wurde, gab es dagegen zunächst nicht zu sehen. Unter anderem Facebook setzt ebenfalls massiv auf virtuelle Realität, auch für die künftige Video-Kommunikation zwischen den Mitgliedern.

dpa/RND

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