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Netzwelt Nutzer von Seitensprungportal bloßgestellt
Nachrichten Medien Netzwelt Nutzer von Seitensprungportal bloßgestellt
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14:57 22.08.2015
Hacker haben Daten von 32 Millionen Nutzern des Seitensprungportals Ashley Madison ins Netz gestellt und drohen mit weiteren Attacken. Quelle: dpa/Archiv
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Hacker haben erneut massenhaft entwendete Daten des Seitensprung-Portals Ashley Madison ins Netz gestellt. Das nun veröffentlichte Datenpaket scheine ebenfalls echt zu sein, erklärte Trusted Sec, ein Unternehmen für Internetsicherheit, am Donnerstag in einem Blog-Eintrag. Es enthalte offenbar alle Geschäfts-E-Mails von Portal-Chef Noel Biderman sowie die Quellcodes für alle Internetseiten, mobile Anwendungen und andere Informationen über Ashley Madison.

Die Medien-Website Motherboard berichtete, das Datenpaket sei etwa 20 Gigabyte groß und damit doppelt so umfangreich wie die am Dienstag veröffentlichten Daten. Auch dieses Mal wurden die Daten im sogenannten Darknet, einem nur schwer zugängliche Netz anonymer Untergrundseiten, veröffentlicht.

Das neue Datenpaket war mit einer Botschaft an den Chef des kanadischen Portal-Betreibers Avid Life Media (ALM), Biderman, versehen, der die Echtheit des zuvor veröffentlichten Datenpakets angezweifelt hatte. "Hey Noel, Du kannst jetzt zugeben, dass es echt ist", hieß es darin.

15.000 Regierungs- und Militäradressen betroffen

TrustedSec hob hervor, dass die neue Veröffentlichung schwerwiegende Sicherheitsrisiken für Ashley Madison berge. "Mit den komplett vorliegenden Quellcodes sind andere Hackergruppen jetzt in der Lage, neue Schlupflöcher in den Websites von Avid Life zu finden und noch mehr Schaden anzurichten", hieß es in dem Blog der Sicherheitsfirma.

Am Dienstag hatte eine Hackergruppe, die sich Impact Team nennt, vertrauliche Informationen über rund 32 Millionen Nutzer des Seitensprung-Portals ins Darknet gestellt. Die Gruppe hatte die Daten bereits vor mindestens einem Monat gestohlen und mit ihrer Veröffentlichung gedroht, sollte das "Betrüger"-Portal nicht "umgehend und dauerhaft" geschlossen werden.

Experten für Internetsicherheit stuften die veröffentlichten Daten, darunter Nutzernamen, Passwörter, die letzten vier Kreditkartennummern, Straßennamen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern, als echt ein. Auch rund 15.000 Nutzer mit Regierungs- oder Militäradressen sollen betroffen sein.

Peinliche Veröffentlichung für viele Stars

US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte dazu, das Pentagon prüfe, ob Armeeangehörige in dem Portal aktiv gewesen seien. In der US-Armee kann Verhalten wie Ehebruch bestraft werden. "Ich bin darüber auf dem Laufenden - natürlich ist das ein Thema, weil das Verhalten sehr wichtig ist", sagte Carter. "Und wir erwarten gute Führung von unseren Leuten."

Das Datenleck kann auch für andere Nutzer des Seitensprungportals peinliche Konsequenzen haben: Josh Duggar, der Star von TV-Realityshows über seine Familie und bekennende Moralapostel, bestätigte am Donnerstag einen Bericht der Internet-Klatsch-Plattform Gawker, wonach auch er Kunde von Ashley Madison war.

"Ich war der größte Heuchler. Während ich für Treue und die Werte der Familie eintrat, habe ich meine Frau betrogen", erklärte der frühere Vorsitzende einer christlichen Lobbygruppe, die sich für traditionelle Familienwerte einsetzt. "Ich bitte demütig um Vergebung. Bitte betet für meine geschätzte Frau Anna und unsere Familie in dieser schwierigen Zeit."

afp

Hacker drohen mit weiteren Attacken

Nach dem Hacker-Angriff auf das Seitensprung-Portal Ashley Madison haben die Täter mit weiteren Cyberattacken gedroht. Nicht nur Websites, sondern "alle Unternehmen, die hunderte Millionen damit machen, dass sie von den Schmerzen, Geheimnissen und Lügen anderer profitieren" könnten Ziel weiterer Angriffe werden, erklärte die Gruppe namens The Impact Team in einem am Freitag veröffentlichten Email-Wechsel mit der Medien-Website Motherboard. Dem Seitensprung-Portal warf die Gruppe vor, über dessen Website werde auch Menschenhandel betrieben. Die Betreiber behämen sich wie "Drogendealer, die Süchtige ausnutzen".

Gegenüber Motherboard erklärte The Impact Team, zu den erbeuteten Daten gehörten auch zehntausende Fotos von Nutzern sowie Chat-Protokolle. Etwa ein Drittel der Nutzer-Fotos zeigten Penisse. Diese würden nicht veröffentlicht, erklärten die Hacker.

afp

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