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Handyguthaben darf nicht verfallen

Anspruch auf Auszahlung Handyguthaben darf nicht verfallen

Das Guthaben einer Prepaid-Karte fürs Mobiltelefon darf nicht verfallen. Das hat der Bundesgerichtshof schon im Jahr 2011 entschieden. Doch noch immer ist es gar nicht so einfach für Kunden, ihr nicht vertelefoniertes Geld wirklich zurückzubekommen.

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Wer Geld auf die Prepaid-Karte einzahlt, hat Anspruch darauf, dass ihm die nicht genutzte Summe bei Vertragsende ausgezahlt wird.

Quelle: Andrea Warnecke/dpa

Hannover. Manche Mobilfunkanbieter machen es ihren Kunden unnütz schwer, das Geld zurückzufordern, und lassen sie lange auf die Auszahlung warten. Zudem gibt es noch immer ein paar Fallstricke, die man als Kunde kennen muss, um das Restguthaben zurückzubekommen, wenn der Prepaid-Vertrag vom Anbieter gekündigt wird oder man selbst den Anbieter wechseln möchte.

Bekomme ich auch Reste des Startguthabens ausgezahlt?
Nein. Die Entscheidung des BGH bezieht sich nur auf Guthaben, die der Kunde zuvor auf sein Prepaid-Konto eingezahlt hat, etwa durch Kauf eines Guthabens oder Überweisung vom Girokonto. In diesem Fall sehen die Richter eine unangemessene Benachteiligung der Kunden, wenn der Prepaid-Anbieter das Geld ohne Gegenleistung einbehalten würde. Ein nicht abtelefoniertes Startguthaben, das der Anbieter gewährt hat, kann man sich aber nicht auszahlen lassen.

Muss ich bei den Verjährungsfristen beachten?
Ja. Der Anspruch auf Rückerstattung gilt nicht unbegrenzt, berichtet das Onlinemagazin „Teltarif“. Das Mobilfunkunternehmen kann sich auf die üblichen Verjährungsfristen berufen. Die Verjährung greift drei Jahre nach dem Jahr, in dem das letzte Guthaben eingezahlt worden ist. Wer also im Januar dieses Jahres sein Guthaben auffrischt, hat bis zum 31. Dezember 2019 Zeit, ungenutzte Beträge zurückzufordern.

Darf mir der Mobilfunkanbieter kündigen?
Ja. Manche Mobilfunkunternehmen behalten sich eine Kündigung vor, wenn der Kunde seine Prepaid-Karte über eine längere Zeit nicht nutzt. Dieser sogenannten Aktivitätszeitraum, in dem Kunden ihr Guthaben abtelefonieren oder aber weiter aufladen müssen, legt jeder Anbieter in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen selbst fest. Der Zeitraum schwankt je nach Anbieter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Danach wird gekündigt.

Muss ich Gebühren akzeptieren?
Nein. Prepaid-Anbieter dürfen für die Erstattung von Restguthaben keine Gebühren verlangen. Dieses Urteil fällte das Landgericht Kiel. Geklagt hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen Klarmobil. 

Wie fordere ich Restguthaben zurück?
Zum Beispiel telefonisch. Einige Anbieter geben den Weg über ihr jeweiliges Callcenter vor, wenn Kunden ein Guthaben ausgezahlt haben wollen. Manche Kunden, die diesen Weg beschreiten, ärgern sich dann aber über lange Wartezeiten in der Leitung oder vergebliche Versuche, überhaupt einen Mitarbeiter der Hotline zu erreichen.

Gibt es auch eine Alternative zum Weg über das Callcenter?
Ja. Juristin Miriam Rusch von der Verbraucherzentrale rät zur schriftlichen Rückforderung. Per Brief lasse sich erfragen, wie hoch das Restguthaben ist, und darum bitten, dieses auf ein angegebenes Konto zu überweisen. Manche Anbieter halten auf ihrer Internetseite entsprechende Formulare zum Ausdrucken vor.
Wer wolle, könne dem Mobilfunkunternehmen für die Rückzahlung auch eine Frist setzen, sagt Rusch. Üblich seien zwei Wochen. Wer den Brief dann noch per Einwurfeinschreiben verschickt, ist juristisch auf der sicheren Seite. Sollte das Unternehmen darauf nicht reagieren, kann man sich laut Rusch an die Verbraucherzentrale oder einen Anwalt wenden.

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