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Netzwelt Helm auf, ab ins Mittelalter
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17:57 11.03.2018
Kunst des Schwertkampfs: In “Kingdom Come: Deliverance“ lernen die Spieler vielfältige Techniken – und ganz nebenbei auch einiges über die tschechische Geschichte. Quelle: Hersteller
Leipzig

So war das also damals vor 600 Jahren. In den Wirtsstuben östlich von Prag schimpften die Einheimischen bei frischem Kellerbier über arrogante “Deutschlinge“, König Wenzel der Faule frönte lieber dem Amüsement, anstatt sich ums Wohlergehen seiner Untertanen zu scheren, und alle paar Meter köchelte ein Topf mit Kesselgulasch to go über dem Feuer.

Kann das gut gehen? Kann es nicht. Im Rollenspiel “Kingdom Come: Deliverance“ (KCD) ist es schnell vorbei mit der Mittelalteridylle. Das Open-World-Abenteuer versetzt Spieler ins Böhmen des Jahres 1403.

Gerade noch grüßten sich der Sohn des Schmieds und die Stoffhändlerin freundlich auf dem Marktplatz. Von einer Sekunde auf die andere gerät das Dörfchen Skalitz in die Wirren eines Krieges, der Heinrich, einen rebellischen Jungspund, als Waisen zurücklässt und ihn zum Rächer seiner ermordeten Eltern macht.

Eine Reise durch die tschechische Geschichte

Es ist der Beginn einer mehr als 50-stündigen Reise durch die tschechische Geschichte, die schon allein durch ihr unverbrauchtes Setting fesselt. In “KCD“ erlernen Spieler die Kunst des Schwertkampfes mit komplizierten Angriffs- und Verteidigungstechniken.

Gegen eingerüstete Widersacher im Klingenduell zu bestehen erfordert viel Übung. Gleiches gilt für den Umgang mit Pfeil und Bogen. Gezielt wird nach Gefühl, denn die Bildschirmmarkierung verschwindet beim Anlegen des Bogens – da wird Treffen zur Glückssache.

Oft kann sich Heinrich entscheiden, ob er in Meisterdiebmanier wie im Klassiker “Thief“ lautlos durch Burgen schleicht oder sein Schwert zückt – was nicht selten unter der böhmischen Grasnarbe endet.

Mit viel Liebe zum Detail haben die Warhorse Studios aus Prag ihr Mittelalter-Epos in Szene gesetzt. Quelle: Hersteller

Generell ist “Kingdom Come: Deliverance“ ein Abenteuer, dem Hektik fremd ist. Es reißt Spieler langsam, aber dafür umso intensiver mit – falls sie über Fehler wie tschechische Dialoge, verschwindende Gliedmaßen oder irrlichternde Dorfbewohner hinwegsehen.

Zwischen den filmisch inszenierten Story-Aufgaben warten klassische Hol- und Bring-Missionen, die Abwechslung in das atmosphärisch erstklassige Historienszenario bringen.

Der Held ist die Spielwelt

Tatsächlich ist nicht Heinrich der Held von “KCD“, sondern die etwa 16 Quadratkilometer große Spielwelt. Mit viel Liebe zum Detail haben die Warhorse Studios aus Prag jedes Fachwerkhaus und jeden Grashalm ins Spiel gepflanzt. “Ja so warn’s, die alten Rittersleut!“ möchte man immer wieder in die böhmische Wildnis rufen.

Das per Crowdfunding finanzierte Abenteuer hält sich weitgehend an historische Vorlagen. In einem Lexikon kann sogar zu jedem Ort und jedem Herrscher geschmökert werden. Eine schmackhafte interaktive Geschichtsstunde – nicht nur wegen Kellerbier und Kesselgulasch.

Das sollten Eltern über „Secret of Mana“ wissen

Wenn Eltern denken, Spiele seien etwas für Kinder, dann denken sie an Spiele wie dieses. Lesen müssen Kinder können, um „Secret of Mana“ alleine zu spielen; sonst spricht nichts dagegen. Die Kämpfe gegen bissige Hasen, süße Goblins und flauschige Werwölfe stehen im Mittelpunkt und sind zwar nicht pädagogisch wertvoll, verursachen aber auch keine Alpträume. Die grundlegende Geschichte thematisiert Gewalt und Leid, wird aber in der Heftigkeit von jedem Grimm-Märchen übertroffen. Der eigentliche Clou für Kinder in diesem Spiel ist der Multiplayer-Modus. Hier erleben Eltern mit ihren Kindern oder Geschwister miteinander ein besonderes Abenteuer.

Von Robert Nößler

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