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Virtuelle Realtität im Mittelpunkt der Gamescom

Computerspielemesse Virtuelle Realtität im Mittelpunkt der Gamescom

Wie viel Spaß macht die virtuelle Realität? Das lässt sich in Köln überprüfen. Dort hat die Gamescom begonnen, die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele. Am ersten Tag zeigt sich: Die neuen Welten sind noch eine Herausforderung.

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Die Gamescom ist für Spielebegeisterte ein Eldorado. Nirgends sonst können Games noch vor dem Marktstart exklusiv angespielt werden. Dieses Jahr liegt der Fokus auf der virtuellen Realität.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Köln. Die Veranstalter der Gamescom legen in diesem Jahr einen Fokus auf die virtuelle Realität. Die Spieler-Entwickler versprechen sich ein enormes Potenzial davon. In Köln zeigen sie zahlreiche Spiele, in denen Nutzer mit Hilfe eines Headsets oder einer VR-Brille komplett in eine künstliche Welt abtauchen können. "Wer das einmal erlebt hat, wird begeistert sein", sagt Jens Kosche, Geschäftsführer von Electronic Arts Deutschland, am Rande der Gamescom. "Das ist eine totale Veränderung des Spielgefühls."

Das Eintauchen in virtuelle Welten beflügelt die Gamescom in Köln. Besucher können erste Erfahrungen machen, wie die neue Technologie das Spielerlebnis verändert.

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Die Technik ist allerdings in ihrer aktuellen Ausführung noch relativ neu. Bislang sind erst einige Geräte auf dem Markt verfügbar. So gibt es das Modell Galaxy Gear VR von Samsung für rund 100 Euro, das ein in die Brille eingestecktes Smartphone als Inhalte-Quelle nutzt. Auch die HTC Vive ist bereits in kleinen Stückzahlen verfügbar, sie bildet jedoch den oberen Rand der Preisspanne ab. Das Headset benötigt einen leistungsfähigen PC als Quelle und schlägt mit rund 900 Euro zu Buche.

Eine Runde Tennis in einer künstlichen Welt

Auf der Gamescom zeigt der taiwanische Hersteller angemeldeten Besuchern, was die Vive alles kann. So kann man in Köln etwa mit virtuellen Schwertern Früchte zu Salat zerschneiden oder auch eine Runde Tennis spielen. Die Vive ist das vorerst einzige System, bei dem der Nutzer sich auch räumlich bewegen kann. Mit Hilfe von Sensoren wird der nutzbare Freiraum abgesteckt.

Hintergrund

Das ist die Gamescom

Die Gamescom ist eine der wichtigsten Messen der Video- und Computerspielbranche weltweit. Sie richtet sich nicht nur an Fachbesucher, sondern auch an die große Gemeinde der Spieler. 850 Unternehmen wollen sich in diesem Jahr präsentieren. Alle flankierenden Veranstaltungen der Gamescom-Woche eingerechnet, erwarten die Organisatoren in Köln 500.000 Besucher. Die Gamescom läuft vom 17. bis zum 21. August. Der Mittwoch war Fachbesuchern vorbehalten, danach ist die Messe für alle geöffnet. In Köln fand die Messe erstmals 2009 statt. Sie löste damals die Gamesconvention in Leipzig ab.

In Köln erwartet die Messebesucher eine Vielzahl an neuen VR-Games, die sie noch vor dem offiziellen Markstart anspielen können. Darunter seien spannende Titel wie "The Climb" oder "Robinson The Journey" von Crytek, sagt Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Branchenverbands BIU. Ihn selbst habe zuletzt bei "Space Pirate Trainer" persönlich die Spielleidenschaft gepackt, bei der man völlig die Zeit vergessen könne. Bei dem Game handelt es sich um ein einfaches Shooter-Spiel für die HTC Vive, in dem der Spieler sich auf einem Weltraumschiff gegen eine Attacke von Drohnen verteidigen muss.

Auch die französische Firma Ubisoft schickt die Spieler in den Weltraum: Sobald sie die VR-Brille aufgesetzt haben, verwandelt sich der Messestand in die Brücke eines Raumschiffs aus dem Star-Trek-Universum. Drei Spieler werden zum Steuermann, zum Waffenoffizier und zum Schiffsingenieur des schnittigen Föderationsraumschiffs. Unter klingonischem Dauerfeuer muss ein Trümmerfeld im All nach Überlebenden in Rettungskapseln durchsucht werden. Der Ingenieur beamt sie an Bord, der Waffenoffizier hält Gegner auf Distanz, der Steuermann fliegt das Schiff in Sicherheit.

Wie Luke Skywalker in "Star Wars"

Marktforscher von PwC sehen in der Verbreitung von VR vor allem noch die Preise für die Headsets als Hürde, die bis zu 900 Euro kosten. Andere Branchenbeobachter legen dagegen große Hoffnungen in Sonys Playstation VR, die für rund 400 Euro voraussichtlich schon ab Oktober im Handel ist. Sonys Headset sei einfach die günstigste Erweiterung für die PS-4-Konsole, sagt Kosche. EA entwickle zwar Titel für alle Systeme, bei der Playstation VR dürfte die Verbreitung jedoch schneller gehen, da Millionen Geräte bereits in den Haushalten stehen. Sonst ist nicht nur eine teure VR-Brille notwendig, sondern auch ein flotter PC der 1000-Euro-Klasse aufwärts.

Das erklärt die Zurückhaltung von EA. In Köln zeigt der Spiele-Publisher zunächst für seinen "Star Wars"-Titel ein kostenloses Zusatz-Game in VR, mit dem der Spieler in einer Schlüsselszene der Geschichte mit einem Raumschiff fliegen und Torpedos auf den Todesstern abfeuern kann. Weitere Titel aus dem eigenen VR-Labor gebe es in der Pipeline, sie seien aber noch nicht spruchreif, sagt Kosche. BIU-Chef Maximilian Schenk ist optimistisch. "VR ist eine unglaublich vielversprechende Plattform", sagt er. "Die Spiele halten, was sie versprechen."

Hintergrund

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen

In diesem Jahr gibt es unter dem Eindruck der jüngsten Terror-Anschläge verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Besucher sollen wenn möglich Taschen und Rucksäcke zu Hause lassen. Traditionell bevölkern während der Messe auch zahlreiche zum Teil sehr fantasievoll kostümierte Rollen-Spieler die Messehallen und die Stadt am Rhein. Nachbildungen von Waffen sind dieses Jahr tabu. Auch waffenähnliche Elemente sind während der gesamten Messe nicht zugelassen.

dpa/RND

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