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Netzwelt #FragSigmar: Und wer wird Kanzlerkandidat?
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20:30 29.09.2015
Nach 78 Minuten ist Schluss: Gabriel verabschiedet sich von der Twitter-Gemeinde Quelle: Twitter/Screenshot RND
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Hannover/Berlin

Unter dem Hashtag #FragSigmar konnten dem SPD-Chef Fragen gestellt werden, die er ab 16 Uhr beantwortete. Eine Stunde und 18 Minuten zwitschert er dann munter zu fast allem, was die Nutzer von ihm wissen wollen. Insgesamt beantwortet er 85 Fragen. Sein Twitter-Comeback ist zeitweise das beherrschende Politik-Thema im Internet. Die Themen sind vielfältig. Auf die unvermeidliche Frage, wer 2017 für die SPD als Kanzlerkandidat antritt und ob NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine Chance gegen Angela Merkel hätte, antwortet Gabriel lapidar: "In einer Demokratie hat jede und jeder die Chance zu gewinnen."

Ansonsten gibt`s viel eigenes Schulterklopfen für die SPD und was die so alles geschafft hat. Auch mit Schelte über Koalitionspartner und Kanzlerin hält sich der Vize zurück. Lediglich beim Thema Atomausstieg lässt er verhaltene Kritik heraus.

Bei Fragen zum umstrittenen Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP), bei Pflege- und Flüchtlingspolitik wird Gabriel zwischenzeitlich auch mal konkreter.

Das Thema VW-Krise kommentiert er dagegen mit dünnem Politikergefasel - ohne überhaupt auf die Fragen einzugehen. Haben Sie Angst um Volkswagen und die deutsche Autoindutrie? Glauben Sie an langfristige wirtschaftliche Schäden?, heißt es da etwa. Gabriels Antwort auf beides:

Wie gut, dass Twitter da nur maximal 140 Zeichen zulässt. Gabriels Antwort darauf, welches Problem er, wenn er könnte, mit nur einem Fingerschnippen beenden würde, ist dann wieder eingängiger.

Auch viel Persönliches will die Twitter-Gemeinde vom Bundeswirtschaftsminister wissen. Wobei er am besten abschalten kann: "Mit meinem Töchterchen." Sein Beitrag zum Umweltschutz: "Energie von Lichtblick."  Wie er seinen Kaffee trinkt: "Schwarz". Und auch bei seinem Musikgeschmack findet er klare Worte: Beatles oder Rolling Stones?

Der Vize-Kanzler lässt sich duzen, und auch mal auf einen lästerlichen Kommentar über sein Büro ein. "Bis auf den Flachbildschirm könnte dieses wunderschön gestellte Foto von Mitte der 90er stammen", schreibt Banjamin B. Gabriel kontert augenzwinkernd: "Da kannste mal sehen, wie sparsam die Büroausstattung eines Abgeordneten ist." Einiges deutet darauf hin, dass Gabriel tatsächlich persönlich getwittert hat - auch so einige Tipp- und Rechtschreibfehler, die ihm offenbar beim schnellen Tippen durchgerutscht sind.

Nach der Ankündigung hatte sich die Netzwelt zunächst lustig über Gabriels Vorstoß gemacht. Für Irritation sorgte bei Beginn auch ein Spaßvogel, der das Twitter-Interview mit einem Fake-Tweet für vorzeitig beendet erklärte.

Gabriel kündigte an, dass eine weitere Twitter-Runde folgt. Mal sehen, wie lange es diesmal dauert.

Von Sonja Fröhlich

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