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Jan Böhmermann schweigt zu Erdogan

"Neo Magazin Royale" Jan Böhmermann schweigt zu Erdogan

Nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt, hält sich Jan Böhmermann zurück: In der neuen Ausgabe seiner Sendung "Neo Magazin Royale" kam der Name Erdogan nicht über seine Lippen. Dafür nahm er sich AfD-Frau Beatrix von Storch vor.

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Kein weiterer Scherz über Erdogan: Dieses Mal hielt sich Jan Böhmermann in "Neo Magazin Royale" zurück.

Quelle: ZDF/Neo Magazin Royale

Berlin. Fernsehsatiriker Jan Böhmermann hat sich am Donnerstag in der neuen Ausgabe seines "Neo Magazin Royale" Witze über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verkniffen. Stattdessen machte er sich über AfD-Politikerin Beatrix von Storch und ihren Protest gegen den Rundfunkbeitrag lustig.

"Die Witze in dieser Sendung könnten dieses Mal ein kleines bisschen schlechter werden", sagte Böhmermann, "weil Beatrix von Storch ihren Rundfunkbeitrag nicht gezahlt hat, und das Geld, das wir hatten, haben wir für Bier ausgegeben." Die AfD-Politikerin weigert sich, den Rundfunkbeitrag zu zahlen. Sie begründete dies unter anderem damit, dass sich Böhmermann über sie lustig gemacht habe.

Staatsanwalt ermittelt gegen Böhmermann

Der Satiriker hatte zusammen mit dem Kabarettist Serda Somuncu für Frauke Petry und Beatrix von Storch ein Ständchen gesungen. Darin sang Böhmermann unter anderem: "Frühling für Frauke und Beatrix/Deutschland, wir sind wieder wer/Menschen sind wieder scheißegal/Deutschland wählt wieder national."

In dieser Woche hatte die Staatsanwaltschaft Mainz Ermittlungen gegen den 35-Jährigen aufgenommen, weil er in der Woche zuvor ein Schmähgedicht über Erdogan vorgetragen hatte, das mit Begriffen unterhalb der Gürtellinie arbeitete. Allerdings, wie Böhmermann einschränkend betonte, um zu zeigen, was in Deutschland nicht erlaubt sei. Das ZDF löschte den Beitrag aus der Mediathek.

Anne Will stichelt, Böhmermann weicht aus

Böhmermann ließ es an ein paar wenigen Anspielungen dann aber doch nicht fehlen. Mit seinem Sidekick Ralf Kabelka unterhielt er sich über neue berufliche Perspektiven. Vielleicht mal ein Wechsel in die Privatwirtschaft? "Ich überleg mir gerade, mich beruflich mal umzugucken...", sagte Böhmermann und stellte sein neues Label "Böhmer-wohnen.de" vor. "Wer träumt nicht diese Tage davon, so zu leben wie ich?"

Als Gast präsentierte Böhmermann die ARD-Talkerin Anne Will, der er die belanglose Frage stellte: "Was ist das Thema deiner nächsten Sendung?" Antwort Will: "Die Türkei..." Aber Böhmermann ging auch da nicht auf die Ermittlungen gegen sich und Erdogan ein.

"Wir sind eine Sendung von Losern für Loser"

Stattdessen war seine Retourkutsche auf Wills Vorlage: "Wie ist dein Verhältnis zu Günther Jauch? Um mal eine ähnliche Frage zurückzugeben." Und um seinerseits den Finger in die Wunde zu legen: Jauch wurde 2011 Nachfolgerin von Anne Will als ARD-Sonntagabendtalker – in diesem Jahr übernahm sie als Nachfolgerin Jauchs wieder ihren alten Job.

Als kleiner Ausschnitt wurde noch ein konstruierter Auftritt Böhmermanns in Wills Talk am vergangenen Sonntag eingebaut – Will fragt darin ihren Gast, über den ja derzeit das Netz diskutiere, ob er wisse, wie das Internet denn überhaupt funktioniere. Seine ganz banale Antwort: "Wir sind eine kleine schmierige Sendung von Losern für Loser, in die du übrigens herzlich eingeladen bist...!"

dpa/wer

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