Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Justin Timberlake will MySpace retten

Neuer Investor Justin Timberlake will MySpace retten

Justin Timberlake ist die neue Hoffnung von MySpace. Der Popstar zählt zu den Investoren, die das einst weltgrößte Online-Netzwerk kauften. Auf sie wartet viel Arbeit: Der Aufstieg des heute dominierenden Rivalen Facebook drückt MySpace die Luft ab.

Voriger Artikel
Burda und Microsoft starten Lifestyle-Magazin"Glo" im Internet
Nächster Artikel
Online-Kriminalität weiter auf dem Vormarsch

Justin Timberlake ist die neue Hoffnung von MySpace.

Quelle: dpa

New York. Das einst weltgrößte Online-Netzwerk MySpace bekommt eine zweite Chance. Neue Eigentümer wollen den schwer gebeutelten Facebook-Rivalen als Musik- und Videoplattform wiederbeleben. Sie haben sich dafür prominente Hilfe geholt: Justin Timberlake. Der 30-jährige Sänger und Schauspieler bekommt einen Anteil an MySpace und soll im Gegenzug die Website wieder hipp machen.

Der Neueinsteiger Timberlake versucht damit, was dem alten Hasen Rupert Murdoch nicht gelungen ist. Der 80-jährige Medienmogul hatte das einst boomende Online-Netzwerk vor sechs Jahren für sein Firmenimperium News Corp. gekauft und auf einen anhaltenden Strom an frischen Nutzern gehofft. Das, so der Plan, hätte satte Werbeprofite in die Kasse gespült. Doch Facebook kam MySpace in die Quere - neue Nutzer blieben aus, das Siechtum begann.

Nun beendete Murdoch nach anhaltenden Verlusten sein fehlgeschlagenes Abenteuer MySpace. Neuer Haupteigner ist die kalifornische Online-Werbefirma Specific Media. Sie gab den Kauf am Mittwoch bekannt, ohne allerdings einen Preis zu nennen. Nach Informationen von US-Medien bekommt die News Corp. gerade noch 35 Millionen Dollar. Besonders bitter: Für den Börsenkandidaten Facebook kursieren Firmenwerte von 50 bis 100 Milliarden Dollar.

Murdoch hatte MySpace 2005 für damals aufsehenerregende 580 Millionen Dollar geschluckt und steckte auch danach noch viel Geld in die Weiterentwicklung der Online-Plattform. Am Anfang rechnete sich das Geschäft auch durch einen lukrativen Vertrag mit dem Internetkonzern Google. Unter der Regie von Murdochs News Corp. häufte das Netzwerk später aber immer höhere Verluste an. Die MySpace-Mitgliederzahl stagnierte bei etwa 100 Millionen, während der jüngere Rivale Facebook vorbeizog und mittlerweile geschätzt zwischen 600 und 700 Millionen Mitglieder hat. Laut US-Medienberichten liefen MySpace hingegen zuletzt Millionen Nutzer davon.

Bereits Murdoch hatte in einem Akt der Verzweiflung versucht, MySpace als Unterhaltungs-Plattform wiederzubeleben. Die neuen Besitzer knüpfen hier an. „Es gibt einen Bedarf für einen Ort, wo Fans auf ihre Lieblingsstars treffen, Musik hören oder Videos anschauen können“, sagte Timberlake, „oder wo sie coole Sachen entdecken und teilen oder sich einfach nur treffen können. MySpace kann dieser Ort sein“. Wie man ein Online-Netzwerk schmeißt, konnte Timberlake bereits ausprobieren: Im Film „The Social Network“ spielte er den Internet-Unternehmer Sean Parker, dem eine Schlüsselrolle in der Anfangszeit von Facebook zufiel.

Wenig Nutzer, wenig Werbeeinnahmen

Der Neuanfang wird jedoch auch mit einem Popstar als Gallionsfigur nicht leicht, wie Daten des Marktforschers Comscore zeigen: MySpace hatte im Mai in den Vereinigten Staaten 34,8 Millionen Besucher - ein kräftiger Einbruch von in der Spitze einmal 75,9 Millionen im Monat. Diese goldene Zeit war Ende 2008. Zum Vergleich: Bei Facebook schauten im Mai 157,2 Millionen US-Nutzer vorbei.

Weil mit den Nutzern auch die Werbekunden abhandengekommen sind, mussten die MySpace-Mitarbeiter schon einige Sparrunden mitmachen. Nach Informationen des „Wall Street Journals“ - das ebenfalls zum Murdoch-Imperium gehört - verliert mit dem Verkauf noch einmal jeder Zweite der zuletzt etwa 500 Beschäftigten den Job. In der Spitze hatte MySpace 1400 Mitarbeiter. Auch MySpace-Chef Mike Jones geht.

Der neue Haupteigner Specific Media hofft, durch seine Kontakte in die Werbeindustrie reichlich Anzeigen für MySpace an Land zu ziehen, damit das Online-Portal wieder Geld verdient. Über Umwege würde auch Alteigner News Corp. davon profitieren: Der Medienkonzern, zu dem etwa das Filmstudio 20th Century Fox und die Fox-Fernsehsender gehören, wird im Rahmen des Verkaufs einen kleinen Anteil an der Online-Werbefirma Specific Media erhalten.

frx/dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Netzwelt
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.