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Klage bedroht Suchmaschine Metager

Recht auf Vergessen Klage bedroht Suchmaschine Metager

Die hannoverschen Entwickler der Suchmaschine Metager fürchten um deren Existenz. Grund ist die Klage einer Juristin. Die Frau fordert, dass der Betreiber Suchergebnisse löscht, die ihrem Namen ähnlich sind. Mitte Januar entscheidet das Landgericht Hannover über den Fall.

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Sichere Suchmaschine: Metager.

Quelle: Screenshot/metager.de

Hannover. In dem Gerichtsverfahren gegen Suma e. V., den Betreiber von Metager, beruft sich die Juristin auf das Recht auf Vergessen, das im vergangenen Jahr vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) erstritten wurde. Nach dem EuGH-Urteil hat jeder Internetnutzer einen Anspruch darauf, dass aus den Trefferlisten der Suchmaschinen Ergebnisse gelöscht werden, in denen sein Name auftaucht. Die nun klagende Juristin aus Norddeutschland will das Recht auf Vergessen jedoch erheblich ausweiten. Sie will auch jene Suchresultate gelöscht sehen, in denen ein Name auftaucht, der ihrem lediglich ähnlich ist. Im konkreten Fall tauchten die ihr nicht genehmen Suchergebnisse auf, wenn sie einen Buchstaben aus ihrem Namen wegließ.

„Wir haben schon gestaunt, auf welche Ideen man kommen kann“, sagt Wolfgang Sander-Beuermann, Vorsitzender von Suma e. V., über die Klage der Juristin. Deshalb habe man auch damit gerechnet, dass die einstweilige Verfügung abgewiesen werde. Das Landgericht Hannover vertagte sich allerdings nach der mündlichen Verhandlung, ein Urteil soll am 13. Janaur verkündet werden.

Sander-Beuermann fürchtet eine Klageflut, sollte das Gericht gegen Suma e. V. urteilen. „Der Betrieb einer Suchmaschine würde unmöglich werden“, sagt er der HAZ. Das Recht auf Vergessen sei im Grundsatz zwar begrüßenswert, „aber hier wird es zum Exzess getrieben“. Den Streitwert hat die Klägerin mit 120 000 Euro angesetzt - viel Geld für einen gemeinnützigen Verein. „Wir sollen wohl schon vorher zum Einknicken bewegt werden“, mutmaßt Sander-Beuermann.

Metager wird seit 1996 im Regionalen Rechenzentrum für Niedersachsen an der Leibniz-Universität entwickelt. Sie ist eine sogenannte Metasuchmaschine, die bei einer Suchanfrage die Ergebnisse von Dutzenden Suchmaschinen erfasst und auswertet. Metager gilt Experten als eine der sichersten Suchmaschinen der Welt, da sie keine Nutzerdaten sammelt. Zudem unterliegt sie dem deutschen Datenschutzrecht, weil alle Metager-Server in Deutschland stehen. Nach Angaben von Sander-Beuermann werden täglich bis zu 80 000 Suchanfragen über Metager gestellt.

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