Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Netzwelt Studie: Facebook-Verzicht macht glücklicher
Nachrichten Medien Netzwelt Studie: Facebook-Verzicht macht glücklicher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 09.11.2015
Von Thorsten Fuchs
Der Verzicht auf Facebook macht Menschen glücklicher: Das ist das Ergebnis einer Studie dänischer Wissenschaftler mit 1095 Teilnehmern. Quelle: Armin Weigel/dpa
Anzeige
Kopenhagen

Im vergangenen Jahr machte das Internet-Unternehmen Facebook ein Experiment mit immerhin fast 700.000 seiner Nutzer: Es drehte einfach mal ein bisschen an den Nachrichten, die sie erhielten, und rückte alles Schlechte ein wenig nach hinten.

Eine Woche ohne Facebook

Wohlmeinende erklärten damals, es gehe Facebook eben um das Glück seiner Nutzer. Sollte das stimmen, hätten Forscher einen Tipp für das Netzwerk: Einfach mal offline gehen, dann geht es den Nutzern wirklich besser.

Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie des dänischen "Happiness Research Institute" in Kopenhagen. 1095 Teilnehmer rekrutierten die Wissenschaftler – die Hälfte von ihnen mussten eine Woche auf Facebook verzichten. Keine Mitteilungen bekommen, keine Fotos posten. Sieben Tage lang.

Forscher: Ein großer Effekt

Das Ergebnis, sagt Meik Wiking, habe ihn durchaus überrascht. "Ich hatte erwartet, dass wir gar keinen Effekt feststellen würden", erklärt der Leiter des Instituts. Doch da irrten sie. Tatsächlich lag die Lebenszufriedenheit der Offline-Gruppe nach einer Woche, gemessen auf einer Zehn-Punkte-Skala, um einen halben Punkt höher.

"Wenn man bedenkt, dass zwischen den reichsten zehn Prozent der dänischen Bevölkerung und den ärmsten zehn Prozent ein Punkt liegt, dann ist das ein sehr großer Effekt", erklärt Wiking.

Nutzer waren auch zufriedener

Zudem fühlten sich die Ex-Nutzer konzentrierter, verschwendeten nach eigenem Eindruck weniger Zeit und waren zufriedener mit sozialen Kontakten im echten Leben. Facebook könnte also, wenn es nach den Dänen geht, der Menschheit auf einfache Art einen wichtigen Dienst erweisen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Netzwelt Twitter führt das Herz ein - Die Verniedlichung der Welt

Twitter ändert sein Favoritensystem – Herzchen lösen Sternchen ab. Aber müssen wir uns alle liebhaben, nur weil Twitter das will?

08.11.2015

Verbraucherschützer haben den Elektronikkonzern Samsung wegen seines Smart-TVs verklagt. Sie werfen dem Unternehmen vor, dass der Fernseher ungefragt Nutzerdaten abgreife, sobald er an das Internet angeschlossen wird.

05.11.2015

Amazon will auch in Deutschland stärker im Geschäft mit Musik aus dem Netz mitspielen. Sein neuer Streamingdienst ist billiger als die Konkurrenz, bietet aber auch weniger Lieder.

05.11.2015
Anzeige