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Selfie-Aktion: Ein Herz für Flüchtlinge

Nach Fremdenhass im Internet Selfie-Aktion: Ein Herz für Flüchtlinge

Im Netz überwiegt der Hass gegen Flüchtlinge. Ein Mann aus Hamburg will das ändern: Er ruft dazu auf, Migranten mit einem Selfie in Deutschland willkommen zu heißen – und viele Menschen machen mit. Sie zeigen Gesicht gegen Fremdenhass.

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Mit diesem Selfie hat es angefangen: Der Hamburger Lutz Staacke ruft dazu auf, Flüchtlinge in Deutschland willkommen zu heißen.

Quelle: Lutz Staacke

Hannover. Irgendwann in den vergangenen Wochen hörte Lutz Staacke, wie eine Frau im Fernsehen sagte: "Ich bin für Flüchtlinge, gehöre wohl aber zur stummen Minderheit." Daraufhin stellte er sich vor seine Kamera, hielt einen Zettel hoch und machte ein Selfie von sich: "Hallo, schön Dich hier zu sehen", hatte er auf den Zettel geschrieben. Dann veröffentlichte er das Foto im Internet.

Das war der Beginn der Aktion "1000 Mal Willkommen". Staacke will damit die "schweigenden Helfer und Befürworter ermutigen, zu lauten Unterstützern zu werden", wie er dem "Standard" aus Wien sagte. Deshalb kann ihm jeder ein Selfie von sich schicken, auf dem er Flüchtlinge willkommen heißt. Staacke veröffentlicht das Foto dann auf seinem Blog. Und von Tag zu Tag werden es mehr Bilder.

Ein Herz für Flüchtlinge

Auf jedem Foto ist ein anderer Mensch zu sehen. Aber alle halten einen Zettel in die Kamera – es ist ihre Botschaft an die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen: Mal steht einfach ein "Welcome" auf einem Herz, mal ein "Welcome to Germany" auf einem Din-A4-Blatt, mal ein "Schön, dass Du hier bist" auf einem Zettel.

Es ist ein "Aufstand der Anständigen", wie er in der Debatte um Flüchtlinge in Deutschland immer öfter gefordert wird. Zuletzt sprach sich Anja Reschke vom NDR am Mittwochabend in den ARD-Tagesthemen dafür aus. In einem Kommentar prangerte sie den Hass gegen Flüchtlinge an, den viele Menschen im Internet zeigten und dafür auch noch Zuspruch erhielten. "So kann es nicht weitergehen."

"Mund aufmachen"

Es reiche nicht zu sagen, dass es Idioten immer gebe und man sie am besten ignoriere. "Dagegen halten, Mund aufmachen. Haltung zeigen, öffentlich an den Pranger stellen: Einige sehr verdienstvolle Blogs tun das schon", sagte Reschke. Aber es seien noch zu wenige. "Der letzte Aufstand der Anständigen ist 15 Jahre her. Ich glaube, es ist mal wieder Zeit."

Die Journalistin erhält dafür viel Zuspruch. "Wer in Zukunft von meinen Facebook-Freunden abfällig über Flüchtlinge schreibt, fliegt aus meiner Liste!", schrieb eine Nutzerin. Andere äußerten sich kritisch, aber sachlich. Es gab aber auch Reaktionen wie diese: "Ist ja nicht so, als ob wir nicht genug eigene Probleme hätten. Wir helfen anderen Ländern, aber benötigen selber Hilfe. Armes Deutschland."

Genau solche Sätze will Lutz Staacke nicht einfach stehen lassen. Und sammelt weiter Selfies, auf denen Flüchtlinge in Deutschland willkommen geheißen werden.

wer

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