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Die sichere Alternative zu Whatsapp

Messenger Stashcat Die sichere Alternative zu Whatsapp

Gerade erst kündigte Whatsapp die sichere Ende-zu-Ende Verschlüsselung an – doch sind die Daten wirklich sicher? Mit Stashcat bringt ein hannoversches Unternehmen eine abhörsichere Messenger-Alternative auf den Markt.

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Eine Smartphone-Konversation per Stashcat sieht aus wie bei Whatsapp, erweitert aber die Möglichkeiten des Datenaustausches.

Quelle: heinekingmedia

Hannover. "Hier ist ein Fahndungsfoto, gerade reingekommen. Schaut euch das bitte mal an!", schreibt eine Polizistin auf ihrem Smartphone an den Kollegen und sendet das Bild gleich mit. "Geht klar", antwortet dieser und zieht das Fahndungsfoto auf seinem Smartphone groß. Bei derartigen Handydialogen zwischen Polizisten sollte kein Außenstehender mitlesen können. Doch bislang gibt es dafür hierzulande keinen verlässlichen Messenger-Dienst. Gerade erst sorgte die Nachricht für Empörung, dass die Brüsseler Polizei nach den jüngsten Terroranschlägen mit Whatsapp kommunizierte, weil das eigene Funknetz zusammengebrochen war. Der US-Anbieter ist Datenschützern seit der Übernahme durch Facebook im Jahr 2014 ein Dorn im Auge.

Ähnlich lief es im November in Hannover, als infolge der Anschläge von Paris das Länderspiel abgesagt wurde. Auch hier griff die Polizei aus Mangel an Alternativen auf Whatsapp zurück. Inzwischen ist die Nutzung innerhalb der Polizei untersagt. Zwar kündigte der Dienst gerade an, ähnlich wie Threema eine Verschlüsselung einzuführen, doch Andreas Noack, Geschäftsführer des Kommunikationsunternehmens heinekingmedia aus Hannover, gibt zu bedenken: "Nutzer können bei einem US-Anbieter wie Whatsapp nie ganz sicher sein, dass ihre Daten auch wirklich verschlüsselt werden. Das ist nur möglich, wenn die Kunden den Messenger selbst betreiben."

Abhörsichere Alternative zu Whatsapp

So wie bei der Kommunikationslösung Stashcat, die Noack gerade auf den Markt gebracht hat. Sie kombiniert die Funktionen von Whatsapp und Dropbox zu einer abhörsicheren Alternative. Bei dem Messenger, der sich explizit an Unternehmen und Behörden und nicht an Privatpersonen richtet, können neben Foto- und PDF-Dateien auch etwa Tabellen und Powerpointpräsentationen mit Kollegen geteilt werden. "Stashcat macht diese Daten vor Industriespionage sicher", sagt Noack. Die Dialoge und die Kontaktliste sehen fast genauso aus wie beim Konkurrenten, abgesehen von dem maritimen Blauton. "Blau assoziieren wir mit Verlässlichkeit und Sicherheit. Genau dafür steht ja auch Stashcat", sagt Noack. "Stash" heißt im Englischen so viel wie "sicher lagern". Die Katze kam als Sympathieträger zum Namen hinzu. "Katzen im Netz gehen ja eigentlich immer“, ergänzt der 32-Jährige. Das Logo sieht aus wie eine Sprechblase mit Katzenkopf.

Das Hochhausgebäude am Hauptbahnhof erinnert von innen an die Google-Zentrale: Mehrere Bars mit stylishem lilafarbenem Licht, Schüsseln mit Obst, weite Glasfronten und bedruckte Tapeten verbreiten die Atmosphäre der digitalen Bohème. Gerade läuft ein Seminar für neue Heinekingianer, denn die Firma wächst und überlegt, noch die Etage über den Büros dazuzumieten. Die meisten Mitarbeiter sind unter 40 Jahren, statt Anzügen dominieren Turnschuhe, Wollpullover und Jeans.

Interesse der Industrie ist groß

Hier ist noch etwas vom Start-up-Geist zweier Studenten spürbar, die 2004 mit Anfang 20 heinekingmedia gründeten, an dem auch die Madsack Mediengruppe beteiligt ist. Die Erfolgsgeschichte klingt ein bisschen nach der deutschen Variante von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Der damalige Architekturstudent Noack und sein Kompagnon Johannes Harries entwickelten zunächst Bildschirme für Schulen, auf denen zum Beispiel Vertretungspläne angezeigt werden. Binnen weniger Jahre gehörten 40 Prozent aller deutschen Schulen zu ihren Kunden. Dann konzentrierte sich das Duo auf Unternehmenskommunikation. Heute setzen nach eigener Aussage fast alle Dax-notierten Firmen auf die digitalen Schwarzen Bretter, über die Mitarbeiter in der Kantine und Kunden im Empfangszimmer informiert werden.

Stashcat ist nun die jüngste Kommunikationslösung aus dem Hause heinekingmedia, zu dem mittlerweile 85 Mitarbeiter gehören. Das Interesse der Industrie sei groß, sagt Noack, ohne Namen öffentlich zu machen. Wenn Stashcat ähnlich erfolgreich wird wie die vorhergehenden Projekte der Firma, dann deutet sich hier gerade eine kleine Revolution in der Unternehmenskommunikation an.

Von Nina May

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