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Igel Paul ist der neue Star im Internet

Sieben Millionen Klicks Igel Paul ist der neue Star im Internet

Die Internetgemeinde hat einen neuen Star – und dieser stammt aus Brullsen: Langohrigel Paul. Fast sieben Millionen Mal wurde das Video von Marvin Kochs Langohrigel aus dem Ortsteil von Bad Münder schon geklickt.

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Marvin Koch ist überrascht von dem Hype, den sein kleiner Kumpel Paul im Internet ausgelöst hat.

Quelle: Rathmann

Brullsen. Marvin Koch hatte ein kurzes Video für seine Freunde auf Pauls Facebook-Seite hochgeladen - der kleine Igel hat seine eigene – und hat damit einen ungeahnten Hype ausgelöst. Fast sieben Millionen Mal wurde der Streifen in den sozialen Netzwerken bereits angeklickt, auch das ZDF will Bilder von Paul senden.

Mehlwürmer lösen bei Paul und seinen beiden Mitbewohnern Kahlafi und Sauyer Begeisterung aus, genauso wie bei den Zuschauern, die dem kleinen stachligen Freund millionenfach beim Fressen zuschauen. Dabei können die Tiere auch anders, weiß Koch.

"Ich sag dir gleich, der beißt"

Der 23-Jährige kam eher zufällig zur Haltung von Igeln. "Ich habe einen Igel aus schlechter Haltung übernommen und dann angefangen, mich mehr über die Tiere informiert." Aber zwei Jahre ließ er sich Zeit mit der Entscheidung, sich einen ägyptischen Langohrigel anzuschaffen, kontaktierte dann eine Züchterin aus Köln. Die warnte Koch vor Paul: "Ich sag dir gleich, der beißt." Für den 23-Jährigen kein Ausschlusskriterium, er hatte sein Herz bereits verloren.

Seit November 2013 lebt Paul, damals fünf Monate alt, nun schon bei dem Brullser. "Irgendwie hatte ihn keiner haben wollen", sagt Koch lachend und fügt hinzu: "Das sind definitiv Charaktertiere, die sich ihren Besitzer selbst aussuchen. Die mögen nicht jeden." So dürfe beispielsweise eine seiner Freundinnen Paul nicht zu nah kommen, wenn sie nicht riskieren wolle, in den Fuß gebissen zu werden. Aber Koch lässt Paul ganz nah an sich heran, darf ihn an seinem weichen Bauch kraulen und sogar an die Ohren fassen - ganz untypisch für die Tiere.

Ohren dienen zur Hitzeregulierung

Den Namen verdanken die Langohrigel – wie könnte es auch anders sein – ihren großen, herausragenden Ohren, die sich sonst bei keinen anderen Igeln finden. Diese dienen einerseits der Hitzeregulierung, stammen die Tiere doch aus Nordafrika sowie Zentralasien. Außerdem sorgen sie für ein ausgezeichnetes Gehör bei der Beutesuche, bevorzugt Insekten aber auch kleine Wirbeltiere.

Das Leben von Paul lässt sich bereits seit mehr als zwei Jahren bei Facebook verfolgen, woher dieser Hype jetzt auf einmal kommt, kann sich Koch nicht erklären. Über Nacht war das Video, das er bereits im Juni 2015 eingestellt hatte, 3.000 Mal gelikt worden, dann meldete sich ein amerikanisches Nachrichtenmagazin bei dem Brullser. Und inzwischen ist das Video auf den meisten Internetseiten der großen Medien zu finden. Bis gestern hatte es 6,9 Millionen Aufrufe allein bei Facebook, es war 134.614 Mal geteilt worden und gefiel 32.614 Personen.

Paul war auch schon Filmstar

Zwar hat sich Paul schon einmal als Filmstar bewährt, ob er allerdings bei den Dreharbeiten des Fernsehsenders mitmacht, will sich Koch überraschen lassen. "Sonst muss eben ein Double einspringen", sagt der 23-Jährige lachend. Seine Liebe zu Paul geht übrigens so weit, dass er sich den Igel auf den Arm hat tätowieren lassen.

Es freue ihn zwar, dass die Tiere jetzt bekannter werden, gleichzeitig fürchte er aber einen Ansturm vom Laien, denn die Haltung sei schwierig. "Und es sind definitiv keine Kuscheltiere." Ein permanenter Auslauf sei wichtig für die kleinen Igel, allerdings sollten sie dabei lieber unter sich bleiben. "Sonst neigen sie dazu, aggressiv zu werden." Nur zur Paarung setze man die Igel zusammen, erklärt Koch: "Dabei kann es aber so rabiat zur Sache gehen, dass das Männchen den Akt nicht überlebt." Anders natürlich Paul – der wird nämlich in wenigen Wochen stolzer Papa.

Von Mira Colic

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