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Mutmaßlicher Hacker in England verhaftet

Nach neuen Angriffen Mutmaßlicher Hacker in England verhaftet

Internet-Rebellen auf den Barrikaden: Zwei führende Hackergruppen haben sich zu einer gemeinsamen Aktion zusammengeschlossen. Erstes Ziel war eine Polizeibehörde in England. In dem Land wurde ein mutmaßlicher Aktivist der Hackerszene verhaftet.

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Zwei führende Hackergruppen haben sich zu einer gemeinsamen Aktion zusammengeschlossen.

Quelle: dpa

London. Nach neuen Attacken internationaler Hacker ist in England ein mutmaßlicher Aktivist der Szene verhaftet worden. In Zusammenarbeit mit der US-Polizeibehörde FBI nahmen Beamte des Scotland Yard in der Nacht zum Dienstag einen 19-Jährigen in der Kleinstadt Wickford östlich von London fest. Die Verhaftung stehe in Verbindung mit Ermittlungen zu mehreren Angriffen auf internationale Unternehmen und Geheimdienste, die vermutlich alle von derselben Gruppe ausgeführt wurden, sagte ein Polizeisprecher. Es sei umfangreiches Material sichergestellt worden, das nun ausgewertet werde.

Inwieweit der festgenommene Hacker zu der Gruppe LulzSec gehörte, die zuletzt unter anderem Server des japanischen Konzerns Sony und des US-Geheimdienstes CIA attackiert hatte, blieb zunächst unklar. Die Hackergruppe verbreitete über den Kurzmitteilungsdienst Twitter eine ironische Erklärung, dass offenbar „der glorreiche Führer von LulzSec“ verhaftet worden sei - „aber wartet, wir sind immer noch hier“.

Die erst vor wenigen Wochen erstmals in Erscheinung getretene Gruppe hat sich unterdessen mit der Hackergruppe Anonymous zu einer gemeinsamen Aktion zusammengeschlossen und Angriffe auf Regierungen und Großunternehmen angekündigt. Erstes Ziel war in der Nacht zum Dienstag die Webseite der britischen Polizeibehörde zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens (SOCA), die mehr als zwölf Stunden lang nicht erreichbar war.

Die Hackergruppe LulzSec distanzierte sich jedoch von Berichten, wonach sie auch Daten der jüngsten Volkszählung abgegriffen haben soll. „Das waren wir nicht“, erklärte die Gruppe über den Kurzmitteilungsdienst Twitter. Die Statistikbehörde in London erklärte, es gebe keine Hinweise auf eine Datenpanne. Zuvor war im Internet eine Erklärung dazu im Namen von LulzSec aufgetaucht. Bei der Volkszählung im März wurden Daten wie Adresse, Religionszugehörigkeit und persönliche Lebensumstände abgefragt.

LulzSec (der Name leitet sich von dem Slang-Wort Lulz für Spott und Schadenfreude sowie von Security ab) und die Gruppe Anonymous teilten am Sonntag über den Internet-Dienst Twitter mit, dass sie ihren Streit beigelegt hätten und nun verbündet seien. Anonymous ist bereits seit 2008 bekannt und ist zuletzt mit der Unterstützung für die Enthüllungsplattform Wikileaks sowie für Aufstandsbewegungen in Nordafrika hervorgetreten.

Regierungen und Banken wüssten gar nicht, was auf sie zukomme, twitterte Anonymous. Und LulzSec kündigte an, nach dem Angriff auf die britische Polizeibehörde gleich mehrere weitere Ziele ins Visier nehmen zu wollen. In einer im Web verbreiteten Erklärung begründeten die „Hacktivisten“ die Attacken mit den ihrer Meinung nach fortschreitenden Bemühungen von Regierungsseite, das Internet zu dominieren und zu kontrollieren.

dpa

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