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Asylgegner verbreiten Karte mit Heimen

Auch Reichertshofen auf der Googlemaps eingezeichnet Asylgegner verbreiten Karte mit Heimen

Asylgegner haben eine Google-Karte mit allen Asylbewerberheimen in Deutschland ins Netz gestellt. Aktivisten fordern, dass Google sie aus dem Netz nimmt, aber die Suchmaschine zögert. Auch das Heim in Reichertshofen ist darauf verzeichnet. Nach dem Brandanschlag dürfte sich der Druck erhöhen.

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Wer hinter der Karte mit den Asylbewerberheimen steckt, ist nicht klar. Sie wurde mehrmals auf rechten Internetseiten verlinkt.

Quelle: Google Maps

Hannover. Hunderte rote Stecker bedecken Deutschland. Im Südwesten, in Bayern, Baden-Württemberg und dem Ruhrpott sieht man die Google Karte, die sich hinter ihnen verbirgt, schon gar nicht mehr. Gepaart mit der Legende, die daneben steht, verfehlt die Online-Karte ihre Wirkung nicht: "Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft", steht da.

Die Google-Karte kursiert seit Monaten im Internet, wurde auf rechten Websites verlinkt. Die Heime sind genauestens gekennzeichnet, mit Adresse und teilweise zusätzlicher Beschreibung des Gebäudes und Zustandes. Auch in Reichertshofen sind zwei Asylbewerberheime eingetragen - auf eines wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Brandanschlag verübt.

Aktivisten haben bereits mehrfach gewarnt, dass die Karte genutzt werden könnte, um Ziele für eben solche Anschläge auszuwählen. Sie fordern, die Karte von Google löschen zu lassen. Jeder Nutzer kann unangemessene Inhalte - nicht jugendfreie, obszöne und solche, die zur Gewalt aufrufen - bei dem Suchmaschinenanbieter melden. Das haben laut Medienberichten auch einige Aktivisten gemacht, wie in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung deutlich wird.

Google hat bisher nicht auf die Meldungen reagiert. Laut Jetzt.de sagte eine Sprecherin auf Nachfrage: "My Maps ist eine neutrale Plattform, die man zum Veröffentlichen von geografischen Information nutzen kann. Wir werden selbstverständlich jede Karte entfernen, die gegen unsere Richtlinien verstößt, und überprüfen derzeit, ob das hier der Fall ist."

Nach dem erneuten Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft dürfte der Druck auf den Suchmaschinnenbetreiber nun steigen. Immerhin: Ein Flüchtlingshelfer auf eine Idee gekommen, wie man die Karte auf eine nützliche Art und Weise zweitverwerten kann. Er hat sie neu veröffentlicht, aber mit dem Aufruf: "Helft mit! Menschen in Not!"

aks

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