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Ex-Partner muss private Nacktbilder löschen

Urteil des BGH Ex-Partner muss private Nacktbilder löschen

Wenn eine Beziehung endet, kann die Frau von ihrem Ex-Partner verlangen, dass er alle Nacktaufnahmen von ihr löscht – und umgekehrt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Ein Mann hatte diesen Wunsch vorher abgelehnt.

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Intime Fotos des Ex-Partners müssen nach dem Ende einer Beziehung gelöscht werden. Das hat der BGH entschieden.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Karlsruhe. Viele Paare machen intime Fotos und Videos voneinander. Diese Aufnahmen müssen aber wieder gelöscht oder dem anderen übergeben werden, sollte die Beziehung scheitern. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) – das Urteil vom Oktober wurde am Montag veröffentlicht. Es hat das Aktenzeichen (AZ) VI ZR 271/14.

Fotograf wollte Bilder behalten

Die Begründung der Richter: Die Einwilligung zu solchen Aufnahmen seien an das Bestehen der Beziehung gekoppelt. Deshalb könne die Einwilligung zur Nutzung der Bilder widerrufen werden, wenn die Beziehung ende. Der Anspruch, dass der Ex-Partner die Aufnahme löschen müsse, ergebe sich aus der Verletzung des Persönlichkeitsrechts, erklärte der BGH.

Der Bundesgerichtshof verhandelte den Fall einer Frau, die eine Liebesbeziehung zu einem Fotografen unterhalten hatte. Dieser hatte während der Partnerschaft Nacktbilder und Sexvideos von ihr aufgenommen – mit ihrer Zustimmung. Teilweise hatte die Frau auch selber Aufnahmen angefertigt.

BGH sieht "Herrschaftsmacht"

Als die Beziehung in die Brüche ging, verlangte sie, dass der Fotograf sämtliche Fotos und Videos von ihr löscht. Das Oberlandesgericht Koblenz urteilte, dass der Fotograf alltägliche oder auch Urlaubsbilder behalten dürfe. Intime Fotos und Videos müssten aber gelöscht werden. Der Besitz solcher Fotos hänge in der Regel vom Bestehen einer Partnerschaft ab. Nach deren Ende könne der Ex-Partner die Einwilligung zur Nutzung widerrufen.

Dies bestätigte der BGH. Jeder habe das Recht, "selbst darüber befinden zu können, ob, in welcher Form und wem Einblick in die Intimsphäre und das eigene Geschlechtsleben gewährt wird". Hier habe der Fotograf durch den Besitz der Nacktbilder und Videos "eine gewisse Herrschafts- und Manipulationsmacht über den Abgebildeten" erlangt, selbst wenn keine Verbreitung oder Weitergabe an Dritte beabsichtigt war, betonte der BGH. Die Klägerin müsse dies nicht hinnehmen, da sie damit in ihrer absolut geschützten Intimsphäre gezeigt werde.

Weiterhin anschauen darf der Fotograf dagegen Bilder, die seine einstige Geliebte bekleidet zeigen. Diese Fotos seien weniger geeignet, das Ansehen der Frau "gegenüber anderen zu beeinträchtigen", befanden die Richter.

epd/afp/wer

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