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Netzwelt Frauen starten neue Aufschrei-Debatte
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09:21 12.01.2016
Vor drei Jahren initiierte Anne Wizorek die Kampagne "#aufschrei", jetzt gehört sie zu den Verfasserinnen des Aufrufes "#ausnahmslos". Quelle: Stephanie Pilick/dpa
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Hannover

Vor drei Jahren debattierte Deutschland über Herrenwitze und Sexismus im Alltag. Auslöser war ein Porträt über den FDP-Politiker Rainer Brüderle gewesen. Er soll damals der Journalistin Laura Himmelreich mit Blick auf ihren Busen gesagt haben: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Daraufhin schilderten Frauen ihre sexistische Erfahrungen, auf Twitter kennzeichneten sie ihre Beiträge dafür mit #aufschrei. Initiatorin des Hashtags war die Feministin Anne Wizorek.

Forderung nach neuen Gesetzen

Nach den massenhaften Übergriffen in der Silvesternacht war bereits in der vergangenen Woche eine zweite Aufschrei-Debatte erwartet worden. Unter #ausnahmslos haben Wizorek und 21 weitere Feministinnen sie jetzt gestartet. Sie fordern, dass die Taten von Köln und anderen Städten "zügig und umfassend aufgeklärt werden". Außerdem müssten "die Schutzlücken im Straftatbestand der sexuellen Nötigung / Vergewaltigung (...) endlich geschlossen werden".

Mit ihrem Aufruf wehren sie sich aber auch dagegen, dass die Übergriffe auf Frauen "instrumentalisiert werden, um gegen einzelne Bevölkerungsgruppen zu hetzen, wie das aktuell in der Debatte um die Silvesternacht getan wird". Sexuelle Gewalt dürfe nicht nur thematisiert werden, "wenn die Täter vermeintlich die 'Anderen' sind" oder wenn die Opfer womöglich weiße Frauen seien. "Der Einsatz gegen sexualisierte Gewalt muss jeden Tag ausnahmslos politische Priorität haben."

Prominente unterstützen Aufruf

Ihr Aufruf wird bereits von mehr als 400 Frauen und Männer unterstützt, darunter sind auch prominente Namen wie Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), Grünen-Politikerin Claudia Roth und Linken-Chefin Katja Kipping. Auf ihrer Internetseite sammelt Initiative die Namen weiterer Unterstützer. Auf Twitter können sich Nutzer über #ausnahmslos an der Debatte beteiligen, so wie Justizminister Heiko Maas (SPD).

Die Feministinnen haben insgesamt 14 Ziele formuliert. Sie fordern zum Beispiel, dass sexuelle Belästigung als eigenständige Strafttat bewertet wird, was bisher in Deutschland nicht der Fall ist. Sie sprechen sich auch für mehr Zivillcourage aus: Wer Zeuge von sexueller Gewalt werde, "sollte nicht wegschauen, sondern eingreifen". Außerdem wehren sie sich dagegen, dass Sexismus und sexuelle Gewalt "pauschal einer Religion und ihren Angehörigen zugeschrieben werden".

wer

           


           

         
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