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Polizei warnt vor Falschmeldungen auf Facebook

Gruppenvergewaltigung war erfunden Polizei warnt vor Falschmeldungen auf Facebook

In Bayern wurde angeblich ein Mädchen von Flüchtlingen vergewaltigt. Die Polizei ging der Sache nach und ermittelte mühsam die Wahrheit: Facebook-Nutzer hatten die Geschichte erfunden. Deshalb schaltet sich jetzt auch Jan Böhmermann ein.

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Gruppenvergewaltigung war erfunden: Mit diesem Motiv warnt die Polizei Oberbayern Süd vor Falschmeldungen auf Facebook.

Quelle: Facebook/Polizei Oberbayern Süd

München/Berlin. Alles begann mit ein paar Zeilen auf Facebook. "TEILEN-TEILEN-TEILEN", forderte ein Nutzer andere Mitglieder des Netzwerkes auf. "Vergewaltigung durch Asylanten / Flüchtlinge in Traunstein", schrieb er und warf der Polizei vor, über den Fall nicht zu berichten. "Die Polizei dein Freund und Helfer, hält schon den Mund und gibt nichts an die Bevölkerung raus." Diesen Vorwurf musste sich die Polizei bereits nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln anhören. Der Facebook-Nutzer fügte noch hinzu: "Information aus einer sicheren Quelle!!"

Polizei recherchierte den Ursprung der Nachricht

Die gesamte Meldung war allerdings erfunden, wie die Polizei Oberbayern Süd herausfand. Sie recherchierte, wer die Quelle des Facebook-Nutzers war – und wer wiederum die Quelle der Quelle war. Und die Quelle der Quelle der Quelle. Und so weiter. Insgesamt befragte die Polizei acht Personen, bevor sie zum Ursprung der Nachricht kam: eine Pressemitteilung der Polizei.

Sie hatte am 13. Januar einen Mann aus Afghanistan festgenommen. Er soll eine 17-Jährige in der Silvesternacht betatscht und außerdem versucht haben, sie auszuziehen. Darüber hatte die Polizei auch berichtet, und diese Information war auf Facebook geteilt worden – immer und immer wieder. Bis daraus die Gruppenvergewaltigung eines jungen Mädchens durch Flüchtlinge geworden war.

Jan Böhmermann hilft den Ermittlern

"Wie beim Kinderspiel 'Stille Post', nur gänzlich ohne humoristischen Anteil, waren bei jeder Weitergabe des tatsächlichen Sachverhalts Informationen verloren gegangen und neue Details hinzugekommen", erklärte die Polizei. Und sie warnte davor, Gerüchten und angeblichen Tatsachenberichten auf Facebook zu vertrauen. "Dieser Fall zeigt, dass 'Stille Post' unter Umständen wirklich 'gefährlich' sein kann, besonders wenn man das Ergebnis am Ende der Informationskette auf Facebook öffentlich macht und als Tatsache darstellt."

Hilfe bekam sie dabei ausgerechnet von Jan Böhmermann. Der Satiriker trieb das "Stille-Post"-Spiel auf seiner Facebook-Seite weiter. "ARMES DEUTSCHLAND!", schrieb er. "5 (!!!) Asylanten (AUSLÄNDER!!!!) vergewaltigen 13jähriges Mädchen!!!! im McDonalds am Bahnhof!!! MITTAGS!!!!! UND ALLE SEHEN ZU UND DIE POLIZEI OBERBAYERN SÜD VERSCHWIEGT ES!!!!!!!" Dann verlinkte er auf die Facebook-Seite der Polizei Oberbayern Süd – und bescherte ihrer Warnung vor der "Stillen Post" auf Facebook damit noch einmal deutlich mehr Aufmerksamkeit.

wer

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