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Mal eben kurz das Netz retten

„Qabel“ macht Datenaustausch sicherer Mal eben kurz das Netz retten

Ein hannoversches Firmenbündnis will das Internet abhörsicher machen. Am Mittwoch ging eine Testversion der Softwareplattform „Qabel“ ans Netz, die Online-Kommunikation und den Austausch von Daten „so sicher, wie es irgend geht“ machen soll.

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Qabel-Chef und -Teilhaber Peter Leppelt will den Datenschutz im Internet verbessern.

Quelle: Heusel

Hannover. Hinter der gleichnamigen Firma stehen die hannoverschen IT-Häuser Praemandatum und Michael Wessel sowie mehrere kleinere Investoren, darunter auch der Innovationsfonds der Wirtschaftsförderer von Hannover Impuls.

In Fragen der Internet-Sicherheit könne man sich weder auf die Politik, noch auf Netzbetreiber oder Internet-Konzerne verlassen, sagte Praemandatum- und Qabel-Chef Peter Leppelt. Sie hätten gar kein Interesse an komplettem Datenchutz. „Wir brauchen eine technische Lösung.“ Die wollen die gut 40 Entwickler, die an Qabel arbeiten, nun gefunden haben. Sie setzen auf den alten Agententrick von Chiffrierung und Dechiffrierung. Sendet ein Nutzer Daten an einen Server oder zu einem Empfänger, werden sie quasi beim Verlassen des eigenen Rechners von der Qabel-Software verschlüsselt. Erst am Empfängergerät werden sie wieder lesbar gemacht - vorausgesetzt, es verfügt ebenfalls über das Programm aus Hannover.

So könnten weder staatliche Spione wie die NSA noch Datensammler wie Google die Inhalte einsehen, sagte Leppelt. Bislang liegen auf den gigantischen Servern der Internetkonzerne alle Daten unverschlüsselt - was dem kommerziellen und nichtkommerziellen Ausspähen Tür und Tor öffnet. Zudem können Interessierte aus den Metadaten, die stets mitgesendet werden, herauslesen, wer wann wie mit wem welche Daten austauscht. Auch diese Informationen werde Qabel „weitestgehend“ verschleiern, hieß es. Das Programm müsse eben so sicher wie ein Kabel sein, erklärte der IT-Manager. Für die vielen „Star Trek“-Fans unter den Software-Entwicklern hat er noch eine andere Assoziation parat: Qabel sei dem klingonischen Wort für „schlecht abzuhören“ entlehnt.

Die Software soll im Hintergrund wirken. Der Nutzer werde sie - einmal auf jedem Gerät heruntergeladen - gar nicht merken, versprach Leppelt. Schon mit der Testversion könnten auf sicherem Wege etwa Kurznachrichten verschickt oder Dateien getauscht werden. Das Programm soll auch auf nahezu alle Formen des Datenaustauschs ausgeweitet werden - einschließlich E-Mail oder Kalenderverwaltung. Beim Feinschliff soll nun die Internetgemeinde mithelfen. Qabel will dafür seinen Quellcode, also quasi die Grundarchitektur des Programms, öffentlich zur Verfügung stellen.

Auch sonst sehen die Hannoveraner Qabel als eine Art basisdemokratisches Projekt. Das Patent - so es erteilt wird - wird dem Berliner Verfassungsrechtler Meinhard Starostik als Treuhänder übergeben. Grundsätzlich soll die Software später für jeden leicht herunterladbar und frei nutzbar sein - etwa als App auf dem Smartphone. „Verdient aber jemand Geld damit, wollen wir etwas davon abhaben“, so Leppelt, der selbst 15 Prozent an Qabel hält. Den Hannoveranern schwebt eine Art Lizenzmodell vor. Auch eine Zusammenarbeit mit großen Netzanbietern sei denkbar. „Wir sind da total offen.“

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