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"Peeple" bewertet Menschen wie Restaurants

Empörung auf Twitter "Peeple" bewertet Menschen wie Restaurants

Auf Twitter sind sich die Nutzer einig: Menschen im Internet wie Restaurants bewerten? Das geht gar nicht. Die neue App "Peeple" macht genau das jetzt möglich.

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Die Rating-App "Peeple" hat bei Twitter heftige Kritik hervorgerufen.

Quelle: dpa/Twitter/Montage

Hannover. Nach Restaurants und Geschäften sollen künftig auch Menschen im Internet bewertet werden können – an dieser Idee halten die Macher der "Peeple"-App trotz heftiger Kritik fest. "Wir sind mutige Erfinder und lösen große Emotionen aus, und dafür werden wir uns nicht entschuldigen", schrieb Mitbegründerin Julia Cordray. Gemeinsam mit Nicole McCullough verteidigte sie die Rating-App als Plattform für Lob und konstruktives Feedback.

"Peeple" lässt Nutzer ihre Freunde, Verwandten, Verabredungen oder Kollegen mit einem bis fünf Sternen bewerten. Die bewerteten Menschen werden dabei nicht um Erlaubnis gefragt. Die Nutzer müssen sich mit einem Facebook-Konto mit ihrem richtigen Namen anmelden und benötigen von dem zu bewertenden Menschen lediglich den Namen und deren Handynummer. Bei negativen Kommentaren sollen diese zwei Tage lang zurückgehalten werden, um den beteiligten Parteien Zeit zu geben, die Sache zu klären. Die App solle im November an den Start gehen.

"Online-Dorf der Liebe"

Cordray verteidigte das Vorhaben als "App der positiven Einstellung". "Ob man uns oder unser Konzept mag oder nicht – wir laden jeden ein, dieses Online-Dorf der Liebe und des Reichtums für alle zu erkunden." In den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter hatte es in den vergangenen Tagen heftige Kritik an der geplanten App gegeben. Die Gründerinnen seien entweder naiv oder verharmlosten absichtlich, wie gehässig Kommentare im Internet werden könnten, ist der Tenor vieler Twitter-Nachrichten.

In zahlreichen Twitter-Botschaften hieß es, eine App zur Bewertung von Menschen sei ein Albtraum. Die App könne für Mobbing oder von Stalkern genutzt werden und möglicherweise tragische Folgen im echten Leben haben.

"Wenigstens habe ich mich bewusst dafür entschieden, mich von der Welt öffentlich beurteilen und bewerten zu lassen", schrieb Model Christine Teigen über Twitter. "Ich hasse diese App und den Vorführraum, den sie schafft."

Unterdessen blockierten oder verurteilten die Gründer der App einige der ungebetenen Kommentare, was von Kritikern als scheinheilig verurteilt wurde. Die Website der App war am Freitagmittag nicht erreichbar.

afp/are

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