Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Netzwelt "Internetpranger stellen Menschen bloß"
Nachrichten Medien Netzwelt "Internetpranger stellen Menschen bloß"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:48 03.09.2015
"Klarnamen und Profilbild zu veröffentlichen, lehnen wir grundsätzlich ab", sagte Timo Reinfrank von der Amadeu-Antonio-Stiftung. Quelle: Screenshot "Perlen aus Freital"
Anzeige
Hannover

Weil Facebook die Internethetze nicht löscht, veröffentlicht der Blog "Perlen aus Freital" fremdenfeindliche Facebook-Posts – mit dem Klarnamen und teils dem Arbeitgeber der Urheber. Das hat weitreichende Folgen: Einige Männer haben bereits ihre Jobs verloren. Wie ist dieser Aktionismus einzuordnen? Kritisch, findet Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu-Antonio-Stiftung, eine der führenden Protagonistinnen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. 

In Blogs wie „Perlen aus Freital“ werden Menschen, die sich fremdenfeindlich äußern, an den Pranger gestellt. Oder handelt es sich um einen legitimen Weg, Rechtradikale zu enttarnen?

Internetseiten wie „Perlen aus Freital“ picken sich einzelne Menschen raus und stellen sie bloß. Das mit Klarnamen und Profilbild zu tun, lehnen wir grundsätzlich ab. Angesichts der heftigen rassistischen Äußerungen online ist es nachvollziehbar, die Hetzer zur Rechenschaft ziehen zu wollen. Aber dabei bedient man sich der Methoden der Neonazis. Rechtsextreme verwenden oft Internetpranger, etwa um Menschen als Sexualstraftäter bloßzustellen.

Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu-Antonio-Stiftung. Quelle: Jan Rot

Einige Unternehmen haben auf die Hassposts ihrer Mitarbeiter reagiert und sie gefeuert. Provoziert dieser Schritt nicht eine noch radikalere Reaktion? Geben Unternehmen zu viel auf ihre Reputation?

Nein, es ist absolut richtig, dass Unternehmen bekennende Rassisten feuern. Die Firmen stehen in der Öffentlichkeit und müssen dementsprechend verantwortungsvoll handeln. Bei überzeugten Rassisten muss die Gesellschaft klare Kante zeigen. Leute, die denken, sei könnten unter Klarnamen die Sau rauslassen, müssen die Grenzen zu spüren bekommen.

Aber was kann man tun, wenn Facebook nur ungenügend gegen die Hassposts seiner Nutzer vorgeht?

Man kann sich nicht allein auf Facebook und Twitter verlassen, wenn es um die Bekämpfung von Rechtsextremen geht. Das Problem ist, dass Polizei und Strafverfolgung nicht in der Lage sind, gegen alle Internethetzer vorzugehen und dass Arbeitgeber teilweise weggucken. Wichtig ist, bei rassistischen Parolen zu widersprechen und sie nicht unkommentiert zu lassen. Hier sind alle User gefragt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ob Joko & Klaas, Til Schweiger oder Dunja Hayali: In der Flüchtlingsdebatte engagieren sich zahlreiche Prominente im Netz. Ihre Beiträge werden millionenfach geklickt und diskutiert. Eine Studie zeigt nun: Die digitalen Beiträge werden nicht nur angesehen, sie können auch die Kultur der Diskussion lenken.

03.09.2015
Netzwelt Präsentation auf der IFA - Das können die neuen Handys

Schärfere Displays, bessere Kameras, einfachere Bedienung: Mehrere Hersteller haben ihre Smartphone-Modelle überarbeitet und verbessert. Nur billiger werden die Geräte nicht, wie sich auf der IFA in Berlin zeigt.

02.09.2015

Weil Facebook die Internethetze nicht löscht, veröffentlicht der Blog "Perlen aus Freital" fremdenfeindliche Facebook-Posts – mit dem Klarnamen und teils dem Arbeitgeber der Urheber. Das hat weitreichende Folgen: Einige Männer haben bereits ihre Jobs verloren.

03.09.2015
Anzeige